Leben im Fisch
Kristín Steinsdóttir erzählt das Island ihrer Kindheit

Konzeption & Regie: Thomas Böhm und Klaus Sander
Erzählerin: Kristín Steinsdóttir
Aufnahmen: Klaus Sander
Schnitt: Michael Schlappa
Produktion: supposé 2011

Box mit 3 Audio-CDs, 190 Minuten
und Booklet, 12 Seiten
ISBN 978-3-932513-99-2
Euro 29,80

Platz 1 der hr2-Hörbuchbestenliste (April 2011)
Bayern 2-Favorit (März 2011)


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Ein 17 Kilometer langer Fjord im Osten Islands, in den fünf Monate im Jahr das Sonnenlicht nicht hineinscheint - dort, im 800-Seelen-Ort Seydisfjördur wächst Kristín Steinsdóttir in den 1950er Jahren auf. Ihre Kindheit ist voll von Geschichten: den Isländersagas, Volksmärchen wie dem von der dreiköpfigen Gryla und ihren 13 Söhnen - den isländischen Weihnachtsmännern, die im Advent wochenlang ihr Unwesen treiben und so lebendig sind wie die Gespenster, die nicht nur in den Bergen, sondern auch in jedem Haus wohnen, so vertraut wie entfernte Verwandte. Man schmeckt mit ihr die Kostbarkeit von Obst, das es nur zu Weihnachten gibt, eine herbeigesehnte Abwechslung zum alltäglichen, allgegenwärtigen Fisch. Das Schneeauto _ eine Art Panzer mit aufgesetzter Hütte - bildet oft über Wochen die einzige Verbindung zur Welt jenseits des Fjordes.
Als die Entdeckung riesiger Heringsschwärme im Fjord 1961 einen Wirtschaftsboom auslöst, kommen aus allen Teilen des Landes Saisonarbeiter, aus Dänemark und Norwegen Fangschiffe, aus Russland Fischhändler. Mittendrin, Tag für Tag "im Fisch" arbeitend: die jugendliche Kristín. Ihre mit isländischer Akzentuierung frei erzählten Miniaturen vergegenwärtigen den Rausch einer Zeit plötzlichen Reichtums und mischen ihn mit der Poesie der Kindheit und der Härte eines Lebens im Kampf mit der Natur zu einer Alltagsgeschichte Islands in den 1950er und 1960er Jahren, zu einer mitreißenden Saga vom Erwachsenwerden an einem der nördlichsten Ufer Europas.

CD1
01Krilla aus Tunga
02 Das Heringsmärchen
03 Arbeitsrythmus
04 Nr. 58
05 Mädchen folgen dem Fisch
06 Arbeiten im Fisch
07 Tote Heringe
08 Die Flotte kommt an Land
09 Monopol
10 Tanzen mit den Norwegern
11 Die Fischer und der Krieg
12 El Grillo
13 Kino in der Baracke
14 Von einem Haus zum anderen

CD2
01 Mein erster Kuss
02 Dr. Ploch
03 Jón, der Tote
04 Bogga
05 Vater, der Kommunist
06 Man blieb am Ort
07 Thorbjörns Schneeauto
08 Beerentag
09 Ausflug in den Nachbarort
10 Der freie Blick
11 Die Sonne kommt zurück
12 Russische Fischkäufer
13 Nicht alleine auf der Welt

CD3
01 Ein aufgehängter Fisch
02 Milchreis statt Hering
03 Schlachtzeit
04 Obst zu Weihnachten
05 Vier Äpfel
06 Weihnachtsbrause
07 Gryla und ihre 13 Söhne
08 Gespenster
09 Eine Burg gegen Gespenster
10 Wut auf Gott
11 In Reykjavík begraben
12 Eingeschneit
13 Eine U-Bahn für Seydisfjördur

Stimmen der Kritik:

"Man darf es als gutes Omen nehmen, dass Kristín Steinsdóttir in einem Haus aufwuchs, das Tunga hieß, isländisch für Zunge. In freier Rede und mit einigem Humor entführt sie uns in das Island der 50er und 60er Jahre - höchst anschaulich dargebotene Alltagsgeschichte, ganz ohne romantische Verklärung."
(Knut Cordsen, Bayern 2 Radio Diwan, 26. Februar 2011)

"Eine ungewöhnlich packende Erzählung über Lebens- und Arbeitsbedingungen in einem Ort, in dem fünf Monate im Jahr keine Sonne scheint, und über das kleine Glück im Alltag."
(Gabriela Schaaf, Deutsche Welle Bücherwelt, 13. März 2011)

"Was Kristín Steinsdóttir über ihre Kindheit in den fünfziger und sechziger Jahren erzählt, als der Schnee bis in den zweiten Stock reichte, Fisch das Hauptnahrungsmittel war und die Fischfabrik fast die einzige Erwerbsmöglichkeit, mag wie die entbehrungsreiche Geschichte aus ferner, dunkler Zeit klingen. Tatsächlich aber krauchen aus dem Dunkel die wundersamsten Geschichten empor über sagenhafte Gestalten und eigenartige Bräuche und manchmal auch nur über den Geschmack einer kostbaren Limonade."
(Wiebke Porombka, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. März 2011)

"Wir hören Miniaturen aus einem fernen Land - und lauschen gespannt der hellen, temperamentvollen Stimme."
(hr2-Hörbuchbestenliste April 2011)

"Kristín Steinsdóttir erzählt frei und wunderbar, wie sie ihre Kindheit in Island erlebt hat. Unbedingt zu empfehlen."
(Johannes Schröer, domradio, 1. April 2011)

"Inzwischen hat supposé ganz unterschiedliche Autoren dazu gebracht, zu erzählen statt zu schreiben und diese freie Erzählung dann zu einem eigenen Kunstwerk zusammen gesetzt. Die Hörbücher, die so entstehen, sind einzigartige Dokumente einer Person, ihrer Stimme und vor allem der Stimmung, die beim Erinnern entsteht. Mit Kristin Steinsdóttir in die Stadt ihrer Jugend zurückzukehren, ist eine besondere Erfahrung. Sie erzählt frei und doch mit fester Stimme, ihr wunderbarer Akzent verleiht den Geschichten eine hoch authentische Atmosphäre, stört aber das Verständnis in keiner Weise. Leben im Fisch ist ein emotionales, kurzweiliges, historisches aber auch gegenwärtiges Hörbuch, das uns wunderbar vorbereiten kann, wenn im Zuge der Frankfurter Buchmesse im Herbst viele neue und alte Bücher des Gastlandes Island zu uns kommen."
(Ulrich Sonnenschein, hr2 Mikado spezial, 9. April 2011)

"Kaum hat man ein Stück Alltagsgeschichte aus der Arbeitswelt lebendiger erzählt bekommen. Dabei ist Kristín Steinsdóttirs Bericht alles andere als sentimental oder verklärend. Minutiös beschreibt sie, wie man Heringe ausnimmt, in die Tonnen schichtet und einsalzt, welche Kleidung man dabei trägt und wie man die Werkzeuge einsetzt. Es herrscht höchste Konzentration, doch trotz der harten Arbeit wird gescherzt, gelacht und geflirtet. Es ist ein regelrechtes Markenzeichen des Verlags supposé, dass die Aufnahmen nicht geglättet sind. Auch dieses Mal haben die Regisseure Klaus Sander und Thomas Böhm das Zögern und Nachdenken nicht herausgeschnitten. So bleibt der sehr persönliche Charakter der Erzählung erhalten, sie gewinnt eine regelrechte Intimität. Man glaubt, Kristín Steinsdóttir gegenüber zu sitzen. Dabei erzählt sie nicht nur von der Arbeit im Fisch. In vielen kleinen Geschichten, die zwischen zwei und zwölf Minuten lang sind, entfaltet sie den ganzen Kosmos isländischen Alltagslebens, porträtiert Menschen und Landschaft. Kristín Steinsdóttir gelingt es, ihre Zuhörer in eine Zeitmaschine zu packen und ins Island der 50er und 60er Jahre zu transportieren."
(Christel Wester, WDR 3 Passagen, 21. April 2011)

"Es ist die naive Erzählperspektive des Kindes, die dieser CD-Edition ihren Charme verleiht. Wie zuvor die Kindheitserinnerungen von Herta Müller und Peter Kurzeck, entstand auch Leben im Fisch ohne jedes Manuskript. Die isländische Jugendbuchautorin Kristín Steinsdóttir, Jahrgang 1946, lässt ihren Erinnerungen freien Lauf. Sie ist ganz bei sich, wenn sie von den langen, dunklen Nächten erzählt und von der Sensation, die ein paar frische Äpfel darstellten. Unser Islandbild von heute mit seiner Bankenkrise und der Hightech-Modernität bekommt eine eigentümlich vergilbte Färbung, während man drei Stunden lang der vorzüglich deutsch sprechenden Erzählerin lauscht."
(Florian Felix Weyh, Deutschlandfunk Büchermarkt, 3. Juni 2011)

"Leben im Fisch vermittelt ein ungemein lebendiges Bild vom isländischen Leben Mitte des vorigen Jahrhunderts und das Booklet bereichert diesen Ohrenschmaus mit beeindruckenden alten Schwarz-Weiss-Fotos."
(Bernhild Vögel, Iceland Review, 15. Juni 2011)

"Eine sagenhafte Erzählerin."
(Esther Willbrandt, Radio Bremen, 24. Juni 2011)

"Zwischen Islandsagas, Volksmärchen und den persönlichen Erinnerungen bewegt sich Kristín Steinsdóttir ganz selbstverständlich. Das Private verschwimmt mit der großen Tradition und das vermeintlich Unbedeutende kommt als Ungeheuerliches zur Sprache."
(Ulrich Sonnenschein, hr2 Mikado, 1. Juli 2011)

"Kopf ab, Innereien raus, Hering in den Kasten! Ein karges Leben - und doch auch der Blick von oben über den engen Fjord. Ruhig führt der Erzählfluss in eine Welt zwischen Hering und Himmel."
(Bernhard Gleim, Literaturen, Juli/August 2011)

"Ein Geschenk! Welche Wärme kommt mir entgegen aus der freundlichen und enthusiastisch erzählenden Stimme von Kristín Steinsdóttir! Wie offensichtlich gern erinnert sie sich ihrer arbeitsreichen Kindheit in Island. Ohne touristische Hochglanzbilder hören wir die spannendsten Dinge aus dem Alltag von Menschen einer uns unbekannten Weltgegend. Wir gehen zurück in eine unwiederbringliche Welt, voll von authentischem Leben, das durch die Stimme der lebenshungrigen und erinnerungsreichen Erzählerin noch einmal an die Oberfläche steigt und uns unverstellt Anteil nehmen lässt. Steinsdóttir erzählt so ergreifend und lebendig, dass ihre Erinnerung zu einem Stück wahren Leben wird!
(Christian Brückner, Büchergilde Magazin, Nr. 3, Juli-September 2011)

"Leben im Fisch sind diese übersprudelnden Erinnerungen betitelt. Kristín Steinsdóttir erzählt im besten Deutsch, mit feiner isländischer Akzentuierung, eine mitreißende Saga. Oral History wie man sie selten hört."
(Annerose Kirchner, Ostthüringer Zeitung, 16. Juli 2011)

"Was ist ein Hörbuch letztlich anderes als ein Ersatz der Grossmutter, die Geschichten aus früheren Zeiten erzählte? Dieser Erkenntnis folgend, lässt der Berliner Verleger Klaus Sander interessante Menschen frei gesprochene Erinnerungen aus ihrem Leben erzählen. Mit der Isländerin Kristín Steinsdóttir hat er einen besonderen Coup gelandet. Ihre Erinnerungen vibrieren vor gelebter Alltagspoesie, eindrücklichen Figuren und witzigen Details. Und ihr charmantes, nordisch gefärbtes Deutsch bringt allen die verlorene Grossmutter zurück."
(Frank von Niederhäusern, kulturtipp (Schweiz), Nr. 16/11, 30. Juli - 12. August 2011)

"Mit Herzenswärme beschwört Kristín Steinsdóttir das Reich ihrer Mädchenjahre. Isländische Alltagsgeschichte wird lebendig!"
(Ralph Gambihler, MDR Figaro, 2. August 2011)

"Unbedingt empfehlenswert."
(Britta Heidemann, WAZ, August 2011)

"Wenn die 1946 geborene Kristín Steinsdóttir aus ihrer Kindheit erzählt, wird jedes Ereignis zum Quell lebensfroher Geschichten. 'Und ich sag Euch', hebt die quicklebendige Rhapsodin in ihrer klaren, von isländischen Lauten behauchten Sprache an, setzt in Dutzenden von Episoden ein Mosaik des konkreten Lebens im Fjord zusammen und lacht jede Anmutung von Nostalgie selbstironisch fort."
(Christiane Zintzen, Neue Zürcher Zeitung, 2. September 2011)

"Überaus unterhaltsam und authentisch."
(Wolfgang Schiffer, BuchMarkt, 14. September 2011)

"Wenn Kristín Steinsdóttir mit heller und empathischer Stimme von ihrer Kindheit erzählt, entführt uns nicht nur in einen fremden Kosmos, sondern verzaubert uns mit Geschichten aus der Welt einer Heranwachsenden - mit einer nicht verloren gegangenen, unschuldigen und zugleich frechen und verschmitzten Phantasie."
(Annette Brüggemann, WDR 5 Bücher, 17. September 2011)

"Leben im Fisch heißt die CD-Box mit der Vita dieser sympathischen, erzählbegabten Frau. Sie lässt ihre Kindheit vor dem inneren Ohr des Zuhörers aufleben, wenn sie mit leicht isländischem Akzent erklärt, wie im Sommer die Heringe ausgenommen wurden: Zack, zack, zack, landeten die Fische in den Zubern, eine anstregende prä-industrielle Arbeit, und doch auch ein Dorfvergnügen."
(Jutta Person, börsenblatt, 20. September 2011)

"Ihrem ersten Hering riss Kristín im Alter von acht Jahren den Kopf ab, quetschte die Eingeweide heraus und legte ihn sodann in eine große Tonne mit Salzlake ein. Selbstverständlich war das Tier da schon tot. Wenn die Heringsflotte von Seydisfjördur einlief, mussten alle ran - auch die Kinder, auch mitten in der Nacht. Ohne Hering ging nichts in dem Städtchen am Fjord. Leben im Fisch heißen folgerichtig die wunderbaren Hör-Episoden..."
(EMMA, Nr. 4, Herbst 2011)

"Eine Saga vom Erwachsenwerden"
(Maria Sileny, KDFB Engagiert, 10/2011)

"Ein tolles Hörbuch"
(Achim Schmitz-Forte, WDR5 Neugier genügt, 13. Oktober 2011)

"Diese Erinnerungen sind ein wunderbares Hörerlebnis, nicht nur für Islandfans, ein Mittel zur Entschleunigung, und die Poesie dieser Erzählungen geht auch beim wiederholten Hören nicht verloren."
(Barbara Scholz, emotion, 11/2011)

"Ein weiteres Kleinod akustischer Literatur im Audioverlag supposé. In Leben im Fisch erinnert sich Kristín Steinsdóttir mit frischer Präsenz an das Island ihrer Kindheit, wird diese Zeit noch einmal lebendig und verdichtet zu einer naiv-charmanten Geschichte über das Erwachsenwerden in einer kleinen Hafenstadt im Osten der Insel."
(Wolfgang Schiffer, die horen, Nr. 244)

"Kristín Steinsdóttir erzählt uns die Geschichte eines Mädchens mit vielen Facetten: Diese Kristín ist kokett und ernsthaft, lebenslustig und verantwortungsvoll, sinnenfroh und strebsam. Und bei allem, was sie uns erzählt und sei es noch so nebensächlich, wickelt sie uns um den Finger mit einem unwiderstehlichen Charme."
(Peter Urban-Halle, Deutschlandradio Kultur, Radiofeuilleton, 13. Januar 2012)