Karl von Frisch "Im Bienenstaat ist die Orientierung nach Düften und nach der
Sonne in wunderbarer Weise in den Dienst der sozialen Verständigung
gestellt. Hat eine Kundschafterin in einiger Entfernung vom Stock
eine Blumensorte gefunden, die reichlich Nahrung bietet, so alarmiert
sie nach der Heimkehr ihre Stockgenossen durch eigenartige Tänze
auf den Waben. Dabei schwänzelt sie lebhaft mit dem Hinterleib.
Dieser Schwänzeltanz der Bienen ist fabelhaft interessant, er
gehört zu den wunderbarsten Vorgängen im Reich der Insekten -
und das will viel sagen... Durch den Schwänzeltanz erfahren die
Stockgenossen vier wichtige Dinge: 1. daß draußen Blumen blühen,
die viel Futter bieten, so daß es sich lohnt,sich auf den Weg
zu machen; 2. um welche Blumensorte es sich handelt; 3. in welcher
Entfernung vom Stock, und 4. in welcher Himmelsrichtung sie zu
finden ist. Die Stockgenossen, die in der Nähe der Tänzerin sitzen,
benehmen sich so, wie es einer so wichtigen Mitteilung entspricht.
Sie bekunden das lebhafteste Interesse und trippeln hinter der
Tänzerin her, um alle Einzelheiten der Nachricht in Empfang zu
nehmen." Für die Entdeckung der Bienensprache wurde der österreichische
Zoologe Karl Ritter von Frisch (1886 -1982) mit dem Nobelpreis
geehrt. Anschaulich und in allgemein verständlicher Form berichtet
er von den Freuden und Mühen seiner Forschung: erzählte Wissenschaftsgeschichte
- gelebte Biologie. CD1 Stimmen der Kritik: "Wenn man den Zoologen Karl von Frisch über die komplexe Sprache
der Bienen dozieren hört, glaubt man gerne, daß er die staatenbildenden
Tiere soziologisch sowieso, aber eben auch intellektuell gleich
neben den Menschen zu stellen bereit war. Jedenfalls weit über
den anderen, vermeintlich höher entwickelten Wirbeltieren. Zu
"Stimmungsäußerungen" seien diese instinktgeleiteten Wesen ja
durchaus in der Lage, sogar zu regelrechten "Stimmungsausbrüchen".
Aber nicht zu einer "beschreibenden Sprache" wie die Bienen, die
ihre Verständigung stets in Gesellschaft ausüben. Diese Kommunikationsfreudigkeit
war für den Begründer des Rund- und Schwänzeltanz-Lateins eine
unerhört hohe intellektuelle Begabung der Bienen. Frischs Gabe
war es, dieses Naturphänomen zu entziffern, aber es war ihm ganz
offenkundig auch gegeben, dieses vor einem halben Jahrhundert
noch so frische Wissen mit einem leichten Wiener Zungenschlag
unterhaltsam zu vermitteln. Er nutzte dazu den Vortrag als literarische
Gattung. Die Biologie mag sich heute des molekularen Tiefgangs
und des hohen Komplexitätsgrads ihrer Erkenntnisse rühmen, mit
der anschaulichen Erzählweise von frühen Naturforschern à la Frisch
ist es damit leider längst vorbei. Das wird beim Anhören der fünf
original Tonband- und Radiovorträge, die Klaus Sander im Deutschen
Rundfunkarchiv gefunden und neu herausgegeben hat, von Minute
zu Minute deutlicher. Es sind Vorträge aus den Jahren 1953 bis
1962. Frisch schildert darin die frühen Experimente, die zur Entdeckung
der Bienensprache geführt haben, er erklärt die Orientierungs-
und Lebensleistungen kleiner Insekten und nicht zuletzt auch seinen
eigenen Lebensweg, der den späteren Nobelpreisträger von der Medizin
zuerst ins Farbenreich der Fische und von dort direkt zu den Bienen
führte." "Jedes Schulkind lernt schon früh die Entdeckung kennen, die Karl
von Frisch Unsterblichkeit eingebracht hat: Die Tanzsprache der
Bienen. Im Zuge dieser Entdeckung hat von Frisch auch viel über
das Farbensehen und die Orientierung der Honigsammler herausgefunden.
In Vorträgen hat er seine Ergebnisse für ein interessiertes Laienpublikum
aufbereitet. Gerne lauscht man der freundlichen Stimme des Wiener
Forschers..." (Tobias Lehmkuhl, Berliner Zeitung) "Wer sich einläßt, in Ruhe zuhört und am besten die Augen schließt,
den nimmt der Forscher mit ins Reich der Tiere, Insekten und natürlich
der Bienen, erläutert ihre Sprache und Orientierung. Und er benötigt
dazu weder Dias, Grafiken, Tabellen oder gar die Bilderflut eines
Computer unterstützten Vortrages. Seine wunderbare einfache Erzählweise
genügt ihm völlig!" (Jürgen Schwenkel, Allgemeine Deutsche Imkerzeitung) "Hörbuch der Woche! In höchst anschaulicher Weise nimmt von Frisch
uns mit in Schwarmtraube und Wabe, erklärt, weshalb die Bienen
'blütenstet' sind und zum immer selben Blütenkelch zurückkehren,
um den Blütenstaub auch übertragen zu können. Und wohin es sich
zu fliegen lohnt, das sagen die Bienen einander kess im Tanze...
Übrigens befasst sich Karl von Frisch auf dieser wundervollen
Doppel-CD nicht nur mit Bienen, nein: auch mit Wasserflöhen, Walen
und Zwergwelsen, Wüstenameisen, Schimpansen und Mistkäfern. Falls
Ihnen der robuste Magen der Truthühner noch ein Rätsel ist oder
sie sich bis heute fragen, warum Motten an nichts lieber nagen
als an den Klamotten Ihres Kleiderschranks - hier bekommen Sie
die Antwort. (Knut Cordsen, Bayern 2 Radio, Hörbuch-Magazin /
B 5 Kultur) "Einzelprüfung im Zimmer des Direktors, doch der junge Karl kann
sich kaum konzentrieren. An der Fensterscheibe surrt ein Insekt.
Nervöses Flügelzappeln, der Junge ist fasziniert. Der Zoologe
Karl von Frisch erzählt im selben wienerischen Plauderton von
seiner Kindheit und der Faszination von der belebten Umwelt, mit
dem er auch seine größte Entdeckung beschreibt: den Schwänzeltanz
der Bienen. Zusammen mit Konrad Lorenz erhielt er daür 1973 den
Nobelpreis. Die Aufnahmen zu dieser CD stammen aus den Jahren
1953 bis 1962 und klingen doch wie ein einziges Gespräch. Mit
warm knisternder Stimme erzählt von Frisch nicht bloß sein Forscherleben,
sondern schildert plastisch, wovon Forscher leben: Beobachtung,
Hypothese, Experiment und Schlußfolgerung. Und man lernt nebenbei,
wie Bienen kommunizieren." (ZEITWissen) "Im Plauderton macht Karl von Frisch in heiteren Originalvorträgen
tierische Verhaltensweisen von Wasserfloh bis Wal und natürlich
den hochspezialisierten Schwänzeltanz der Bienen verständlich."
(Universum Magazin, Wien) "Von Frisch bezat niet alleen de gave om zeer complexe natuurfenomenen
te ontcijferen, hij kon ze ook in een bevattelijke en toegangkelijke
taal formuleren. Aan de imker of om het even welke andere natuurfreak,
geeft het een immens zalig gevoel om met gesloten ogen naar zo'n
man in alle rust te kunnen luisteren. Zijn innemende stem voert
de toehoorder mee in het dierenrijk, naar de wereld van de insecten
en natuurlijk naar de samenleving van de bijen waarvan het vermogen
om met elkaar te communiceren alleen wordt overtroffen door de
menselijke spraak. Als men von Frisch hoort praten, heeft men
geen behoefte aan sheets, tabellen, grafieken of powerpointpresentaties.
Zijn wonderbaarlijke zachtsinnige eenvoudige verteltrant volstaat
om hem te volgen bij zijn verklaring van alle fenomenen inzake
informatie, communicatie en orientatie in het bijenvolk." (Alois
Schotanus, Maandblad van de Vlaamse Imkerbond) "Eine Expedition ins Tierreich, bei der es um weit mehr geht als
um süße kleine Nektarsammler und deren Orientierungssinn. Karl
von Frisch gibt einen umfassenden Überblick über die Wahrnehmungsfähigkeit
bei Tieren, etwa das Farbsehen der Fische, der Vögel und selbstverständlich
auch der Bienen und deren brillante Orientierungs- und Kommunikationsleistungen.
Das profunde Wissen, das auch heute noch immer aktuell ist, belegt
die Bedeutung der bahnbrechenden Erkenntnisse, an denen er wesentlichen
Anteil hatte. Insofern sind die Dokumente auch ein schönes Stück
wissenschaftlicher Zeitgeschichte für jedermann. Diese Wissenschaftskommunikation
belegt aber auch, dass sich das Niveau der Popularisierung von
Wissenschaft in den Massenmedien trotz zunehmender Medienvielfalt
kaum gesteigert hat. Die Begeisterung des Naturforschers ist ebenso
aus den Ausführungen zu spüren, wie die klare Ausdrucksform und
das Talent für eine verständnisvolle Wiedergabe, das der Begeisterung
des Zoologen für seine Objekte entspringt. Ein kleines Booklet
mit in ansprechendem Design im Faksimile dargebotenen handschriftlichen
Notizen und S/W-Fotos und eigenen Ausführungen zu seiner Biografie
liefert nicht nur eine nüchterne Textgrundlage, sondern bereichert
das Hörerlebnis auch in ansprechender Form um eine optische Komponente."
(Wilhelm Irsch, Biologie in unserer Zeit) "Zum Teil sind die Originaltonaufnahmen von Frischs Vorträgen
älter als ein halbes Jahrhundert, aber dennoch ungemein unterhaltsam
und lehrreich. Mit charmantem Witz plaudert er über die tierischen
Verhaltensweisen nicht nur der Bienen. Auch von Wasserflöhen,
Walen, Wüstenameisen, Schimpansen, Mistkäfern oder Motten mit
ihrer Vorliebe für Klamotten spricht er. Wer sich für Tiere und
ihre sonderlichen Verhaltensweisen interessiert, hat an diesen
Aufnahmen seine wahre Freude." (Anne Hartmann / Jens Doumen, ZDF
Abenteuer Wissen, 7.5.2008)
Die Tanzsprache der Bienen
Originaltonaufnahmen 1953-1962
Herausgegeben von Klaus Sander
2-CD-Set, 100 Minuten
Booklet, 8 Seiten
ISBN-10: 3-932513-56-8
ISBN-13: 978-3-932513-56-5
Euro 24,80
1 Geheimnisse der Tiersprache 39:17
2 Von den Mahlzeiten der Tiere 14:07
CD2
1 Die Orientierung der Insekten 16:04
2 Der Schwänzeltanz der Bienen 15:14
3 Stationen meines Lebensweges 13:36
(Joachim Müller-Jung, Frankfurter Allgemeine Zeitung)