Schlimme schlimme Medien Auf der Doppel-CD Schlimme schlimme Medien stellt der Schriftsteller Georg Klein vier unveröffentlichte
Erzählungen vor und gibt Einblick in seine literarische Ästhetik.
Das verbindende Thema der vier Erzählungen sind "Medien" - womit
ebenso die weltumspannenden Massenmedien wie auch die Menschen
gemeint sind, die Verbindung in jenseitige Reiche haben. Und natürlich
spielt der Begriff des Mediums auch auf den Kleinschen Kosmos
zwischen Nachtstück, Geistergeschichte, Phantasma und Verbrechen
an, das den Hörer in eine Welt aus Magie und Beschwörung, aber
auch Ekel und Grausamkeit führt, ohne jedoch das Heilsvermögen
der Kunst preiszugeben. Das Befremden angesichts von Namen oder
Telefonen hat darin ebenso seinen Platz wie Vampire, Teufel und
eine Rehabilitierung des Aberglaubens. Im Spannungsfeld zwischen
Globalisierung und Hölle, zwischen literarischen Genres, zwischen
Séance und Protokoll der Vernichtung "des einzigen rein körpersprachlichen
Kommunikationssystems unseres Globus" sind Kleins Geschichten
angesiedelt, die mit den Mitteln der Literatur neue Perspektiven
schaffen, Begriffe auflösen, wohlig irritieren. Zwischen den Erzählungen
gibt Georg Klein in frei gesprochenen poetischen Reflexionen Auskunft
über die Entstehung der Geschichten und seine Schreibarbeit, äußert
Ideen zur Form der Erzählung sowie zum Wesen des Mediums. CD1 CD2 Der Schriftsteller Georg Klein, geboren 1953, lebt mit seiner
Frau, der Autorin Kathrin de Vries, und zwei Kindern in Ostfriesland. Stimmen der Kritik: "Es riecht in diesen Geschichten. Ein bisschen modrig und feucht,
nach Mauern, der Luft, den Treppen, den Möbeln, und so ist es
nicht abwegig, wenn der Schriftsteller Georg Klein seine Texte
an verschiedenen Orten in seinem Bauernhaus im Ostfriesischen
liest, im Keller, im Schuppen, in der Küche. Dem Geruch dieser
Erzählungen ist kaum zu entkommen... "Georg Klein fasst den Begriff Medien sehr weit, da werden schon
mal Geister beschworen und der Autor selbst ist natürlich auch
ein Medium und zwar ein Medium für die Literatur, und deshalb
geht es auch in einem frei gesprochenen Stück um Die Form der
Erzählung. Und ich glaube, das ist das Besondere an dieser CD:
Hier wird nicht einfach nur vorgelesen, sondern die vier Erzählungen
wechseln sich ab mit so genannten poetischen Reflexionen. Das
heißt, Klein hat kein Manuskript dafür, der Autor spricht frei
zu einem bestimmten Thema. Hier werden die Mittel des Hörbuchs
mal so richtig ausgeschöpft. Es wird nicht einfach etwas gesprochen,
das als Text schon da ist, sondern die freie Rede wird als eigenständige
literarische Form zelebriert. Und supposé hat sich genau auf diese
Produktionen spezialisiert, wo Wissenschaftler, Philosophen, Künstler
in Originalaufnahmen frei sprechen. Das ist ein ganz besonderes
Hörerlebnis. Und damit wird im Grunde auch eine moderne Form der
oral history, also der mündlichen Geschichtsschreibung betrieben.
Schlimme schlimme Medien ist dafür ein gutes Beispiel. Schönes
schönes Hörbuch." (Bettina Baltschev, MDR Figaro) "Egal ob beim Lesen seiner Erzählungen oder in den vier Tracks,
in denen sich der Bachmann-Preisträger Georg Klein in freier Rede
über Medien, Namen, Aberglaube und seine Art zu arbeiten äußert,
er tut das immer auf sehr konzentrierte, gleichzeitig aber auch
sehr humorvolle Weise. Sein unaufdringlicher Witz und seine subtile
Ironie kommen in den Aufnahmen, die allesamt in Kleins ostfriesischem
Haus entstanden sind, wunderbar zum Tragen. Man darf gespannt
sein, wen supposé noch in seine neu entwickelte Reihe aufnehmen
wird. Bei Georg Klein und Schlimme schlimme Medien geht das Konzept
von Lesung kombiniert mir freier Reflexion jedenfalls schon einmal
voll auf." (Annegret Arnold, Bayern 2 Radio, Fünfzehn-Fünf) "Die Medien, diese Verführer! Georg Klein hat ihnen vier verspielte
Horrorstorys gewidmet - exklusiv für dieses Hörbuch! Und er liest
sie auch, schelmisch..." (Wilhelm Trapp, DIE ZEIT) "Georg Klein präsentiert sich auch auf dieser Doppel-CD als Meister
des 'magischen Manierismus'." (Knut Cordsen, Bayern 2 Radio, Diwan) "Vier hochsuggestive Erzählungen aus der Welt der Bastler, Tüftler
und Geisterbeschwörer." (Vorwärts)

mit Georg Klein
Konzeption und Regie: Thomas Böhm, Klaus Sander
Text und Sprecher: Georg Klein
Aufnahme und Schnitt: Anja Theismann
Produktion: supposé 2007
2-CD-Set, 117 Minuten
ISBN-13: 978-3-932513-77-0
Euro 24,80
BESTELLUNG
Antennen 12:19
Medien 3:52
Europa erleuchtet 48:10
Namen 4:41
Die Form der Erzählung 2:48
Crime Tungu 7:25
Aberglaube 3:36
Shanghai Schicksal 32:40

Die Geschichten spielen im Dazwischen: zwischen handfester Gegenwart
und zerbröselnder Vergangenheit, zwischen Wissenschaft und Aberglaube,
zwischen Schönheit und Verfaulendem. Um Gott und Teufel geht es
sowieso. Die weiche Stimme Georg Kleins, ein hochdeutsch-schwäbisches
Augsburgensisch, bewahrt das doppeldeutige Raunen, verfällt manchmal
gar in den Singsang katholischer Geistlicher, die das Böse beschwören
und damit bannen wollen. Das Tier im Menschen beschäftigt Klein
ebenso wie das Menschliche im Tier. Er spricht, als könne er nur
durch wohlgesetzte Worte den Ausbruch des Chaos verhindern...
Georg Klein hat das Wundern nie verlernt. Hebt er den Telefonhörer
ab, erwartet er noch immer das Unerwartete. Und so hören sich
seine Geschichten an." (Konrad Heidkamp, DIE ZEIT)