René König CD1 Stimmen der Kritik: "René König war ein Wissenschaftler, der energisch die Abschaffung
der Katheder forderte. Von einem Podium herab könne man nichts
lehren und nichts lernen, erklärte der Kölner Soziologe. Temperamentvoll
argumentierte er gegen die 'Universitäts-Scheußlichkeiten', in
denen es ihm fast unmöglich schien, konstruktiv zu lehren. Nur
über der persönlichen Beziehung zwischen Lehrer und Schüler ließen
sich für ihn Inhalte vermitteln. Vielleicht stand deshalb die
Tür zu seinem Arbeitszimmer im 6. Stock des Wiso-Gebäudes stets
für Besucher offen. König, der in Magdeburg geboren wurde, aber
schon mit vier Jahren von seiner französischen Mutter die Pariser
Welt gezeigt bekam, zählt zu den wenigen Emigranten des Wissenschaftsbetriebs,
die nach dem Krieg wieder zurück nach Deutschland kamen. Auf seine
Forschungen geht ein Großteil des Basiswissens zurück, das man
heute über die Entwicklung der Familie und den Generationenwechsel
hat. Wer sich für seine humanistische Weltsicht interessiert,
dem sei die Doppel-CD 'Ich bin Weltbürger' mit faszinierenden
Originalaufnahmen empfohlen." (Thomas Linden, Kölnische Rundschau) "Sein Medium war das gesprochene Wort." (Prof. M. Rainer Lepsius) "René König war, das entnimmt man seinen Ausführungen zur 'Institution
der Ehe', ein früh schon fortschrittlich denkender und neuen Bewegungen
aufgeschlossener Universitätslehrer ... Bis ins hohe Alter war
König ein Mann der Wissenschaft, der stets leidenschaftlich über
seine Arbeit gesprochen hat." (Knut Cordsen, Bayern 2 Radio, Fünfzehn-Fünf) "Als Kulturanthropologe hat sich König nie nur für das Eigene
interessiert, zumal sich der Weltbürger ohnehin allen Kulturen
'gleichmäßig nah und gleichmäßig fern' fühlte. Die Navajo-Indianer,
die Gesellschaft Afghanistans oder der sizilianische Süden Italiens
waren für König Forschungsthemen und existentielle Erfahrungen,
die gleichrangig neben der modernen Familie, der Mode, der naturalistischen
Ästhetik oder der Aneignung Durkheims und Machiavellis standen.
Aus diesen vielfältigen Interessen entwickelte König jedoch keine
nur akademische 'Bindestrich-Soziologie', sondern eine problemorientierte
Krisenwissenschaft und Gesellschaftskritik. In einer von Globalisierung
und kulturalisierten Spannungslagen geprägten Welt bietet Königs
aufgeklärte weltbürgerliche Perspektive auch jenseits von Jahrestagen
guten Grund, sich Werk und Person neu zu nähern. Wer einen Sinn
für den intellektuellen Eros der 'Körnung der Stimme' (Roland
Barthes) hat und sich einen ebenso informativen wie ungewöhnlichen
Einblick in Soziologie und Biographie Königs verschaffen möchte,
dem sei eine rechtzeitig zum 100. Geburtstag erschienene, attraktiv
editierte Doppel-CD mit Originaltonaufnahmen als sehr besondere
Jubiläumsgabe des supposé-Labels wärmstens empfohlen." (Albrecht
Lüter, Frankfurter Rundschau) "René König war sein Leben lang ein polyglotter Mensch, der viele
Sprachen beherrschte und gerne reiste. Der redegewaltige Querdenker
hat die Soziologie mit zahlreichen Werken bereichert und ist dennoch
heute ein fast vergessene Größe. Toleranz, Menschenwürde und Respekt
vor dem Fremden, sind seine Ideale. Sein Interesse gilt den Menschen
und ihren Beziehungen. Das spiegelt sich auch in seinen Forschungsthemen:
die Familie, die lokale Gemeinde, informelle Gruppen und ethnische
Gemeinschaften. Neben der Forschung hängt sein Herz aber auch
an der Lehre: Er war ein sehr lebendiger und charismatischer Lehrer.
Angesichts der Herausforderungen einer globalen Welt ist seine
aufgeschlossene Grundhaltung überaus modern: 'Ich bin Weltbürger.
Ich gehöre der Welt, wem sonst?'" (Anja Arp, Deutschlandfunk) "René König hat seinerzeit darum gekämpft, in Deutschland den
Begriff und das Phänomen des Engagements in Sprache und Kultur
einzuführen. Gerade die vorgelegten Redebeiträge machen das persönliche
Engagement des Autors selbst deutlich. Von seinen Schülern ist
immer wieder hervorgehoben worden, wie wichtig die Faszination
war, die von Königs Vorlesungen ausging, und wie prägend diese
für viele Lebensläufe geworden ist. Das machen auch die mehr als
zweieinhalb Stunden, die man mit dem lebhaften und analytisch
immer präsenten König verbringen kann, sehr markant deutlich.
Diese Originaltonaufnahmen gehören meiner Meinung nach in jede
soziologische Fachbibliothek, damit die Studierenden von heute
und vor allem jene von morgen Gelegenheit erhalten, einem der
Meister der Soziologie auf diese Weise persönlich zu begegnen."
(Heine von Alemann, Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie)
Ich bin Weltbürger
Originaltonaufnahmen 1954-1980
Herausgegeben von Jürgen Elias, Eberhard Illner, Oliver König
und Klaus Sander
2-CD-Set, 158 Minuten
Booklet, 8 Seiten
ISBN-10: 3-932513-71-1
ISBN-13: 978-3-932513-71-8
Euro 24,80
Ich bin Weltbürger
Einmal Emigrant, immer Emigrant
Positivismus heißt Handlung
Demokratie
Der Mensch sträubt sich vor der Freiheit
Was ist Soziologie?
Im Berlin der 20er Jahre
Berliner Lehrer: Max Dessoir und Richard Thurnwald
Zürich
Zurück nach Deutschland
Revolution und Masseneinkehr
Religion und Toleranz
Afghanistan
Strukturwandel sozialer Anomien in der Gegenwartsgesellschaft
CD2
Jugendlichkeit als Ideal moderner Gesellschaften
Die Institution der Ehe: Versuchsehe - Monogamie - Die Versklavung
der Frau - Altersehe
Die Kommerzialisierung der Intelligenz
Grenzen der Erkenntnis. Ein Versuch über die Reichweite des menschlichen
Geistes