"Die Faszination seiner Texte entsteht in dem Moment, in dem man
in das Labyrinth seiner Beobachtungen eintaucht. Seine Schreibstrategie
ist das konsequente Selbstgespräch in vielen Stimmen. 'Unterwegs
mit den Stimmen reden. Mit mir, mit dem Tag, mit den Umständen,
damit er weiß, so schreibt Peter Kurzeck, 'wer er ist und daß
er gewesen ist, der Tag. Die dialogisierende, verknappte, temporeiche
Sprache bildet bei Kurzecks Lesungen einen mitreißenden Sog. Der
Preis der Literaturhäuser gilt auch dieser Faszination des Vortrags.
Der leicht zaudernde, gedehnte Ton und das Staunen in seiner Stimme,
verwandeln die Lesungen in einen langen inneren Monolog, und die
Zuhörer tauchen ein in eine wiedergefundene Zeit, erleben die
Vervollkommnung einer süßen Obsession." (Preis der Literaturhäuser
2004, Jurybegründung) Am 14. November 2004 wird Peter Kurzeck in Darmstadt der diesjährige
Kranichsteiner Literaturpreis verliehen. Ausgewählt für die hr2-Hörbuch-Bestenliste, November 2004 Stimmen der Kritik: "Jetzt sitz ich jeden Morgen mit Kurzeck am Tisch und frühstücke.
Die bisher beste CD, um das zu tun, weil Kurzeck was in der Stimme
hat, das mich glauben läßt, er sitzt mit mir am Tisch und erzählt
nur mir das. Heute morgen hab ich das Polizeiauto vorbeifahren
hören, ganz im Hintergrund, als Kurzeck die Stelle mit den vorbeifahrenden
Zügen liest. Toll." (Thomas Böhm, Literaturhaus Köln) "Rührend schön zu hören..." (Elke Heidenreich, Lesen!) "Eine aus dem Meer der Hörbuchbrüllerei still herausragende CD."
(Wiglaf Droste, die tageszeitung) "Peter Kurzeck ist ein staunender Beobachter der Alltagswelt,
der detailversessen und scheinbar unbekümmert von all der Hässlichkeit
und Trivialität, die ihn umgibt, berichtet. Der Frankfurter Schriftsteller
beschreibt auf dieser CD unter anderem einen Ausflug in die Stadt
Offenbach, einen Sommerferientag und eine Billigst-Tramp-Reise
nach Südfrankreich. Mit weicher Stimme, andeutungsweise und träumerisch
erzählt er dabei von seinen Beobachtungen und Erlebnissen, und
verschafft uns so wieder einen geschärften Blick für die Mysterien
des Banalen." (hr2-Hörbuchbestenliste, November 2004) "Peter Kurzeck ist ein monomanischer Autor, der um sein Leben
schreibt, sein Werk ein gewaltiges autobiographisches Projekt,
das über weite Strecken vom Schmerz handelt, dem es seine Entstehung
verdankt. Kurzecks Sprache hetzt in atemloser Syntax vorüber und
inventarisiert nebenbei alles, was dem Erzähler vor Augen tritt
... Kurzeck liest die absatzlosen Sätze in dem ihnen gebührenden,
rastlosen Erzähltempo. Wer schon die Bekanntschaft mit den Romanen
des Frankfurters gemacht hat, dem sei dieses Hörbuch wärmstens
empfohlen, da das manische Hauptelement dieser 'Galvanisier-Anstalt
für Zeit und Erinnerung, wie Kurzeck selbst sein Werk beschreibt,
in der von ihm vorgetragenen Variante noch einmal in gesteigerter
Form zutage tritt." (Gregor Schuhen, FAZ) "Es ist die Poesie des Alltags, die Peter Kurzeck unwiderstehlich
beschwört. Er ist ein machtvoller Zauberer mit bescheidenen Mitteln,
zu denen Musikalität der Sprache, eine fast andächtige Wahrnehmung
und Humor gehören. Nun hat er eine Auswahl aus einem autiobiografischen
Romanzyklus eingelesen, der bisher drei Bände umfasst und auf
sieben konzipiert ist, sämtlich einigen Monaten im Jahr 1984 gewidmet
- denn auch die Ausführlichkeit zählt zu Kurzecks Stärken. Ergänzt
wird die Auswahl durch ein bisher unveröffentlichtes Werk, das
- wie die anderen Texte auch - die helle, sich gleichsam wundernde
Stimme des Autors gut verträgt." (DER SPIEGEL) "Erstmalig liegt nun ein Hörbuch mit vom Autor selbst gelesenen
Texten vor. Dies muss besonders betont werden, weil die Vortragsart
und -kunst Kurzecks unvergleichlich ist. Seinen Ton, seine spezielle
Art, die eigenen Texte zu lesen, wird man, hört man ihm aufmerksam
zu, nicht mehr aus dem Ohr bekommen. Da Peter Kurzeck im provenzalischen
Uzès lebt, ist diese CD ein wahrer Glücksfall, denn Lesungen mit
dem Autor sind äußerst rar. Und dieses Hörbuch weist noch eine
Besonderheit auf: Sie beinhaltet einen noch nicht veröffentlichten
Text, also ein Sammlerstück für alle Fans und Freunde der Kurzeck'schen
Prosa." (Martin Gaiser, Radio freeFM, Ulm) "Der Frankfurter Autor erinnert sich im Spätwinter an Sommertage,
an Lesungen, an Ausflüge mit Backertütchen im Gepäck. Dabei geht
Kurzecks Stimme am Satzende in die Höhe und betont komisch seine
Verwunderung über Banalitäten des Alltäglichen. Die hemmungslos
ineinander verschlungenen Halbsätze entwickeln durch diese Melodie,
durch die langen I und A, das rollende R einen Rhythmus, der wünschen
lässt, die CD dauere länger als 77 Minuten." (Stuttgarter Nachrichten) "So liest nur einer: Der Schriftsteller Peter Kurzeck hat in Freiburg
schon mehrmals bewiesen, wie sehr sein Schreiben gehört werden
muß... Und man läßt sich schnell wieder einfangen von Kurzecks
unnachahmlicher Kunst, den Fluß der Zeit für gedehnte Augenblicke
zum Stillstand zu bringen." (Badische Zeitung) "Nichts Spektakuläres wird hier verhandelt, nein, nur das beinahe
Alltägliche, das sich aber in Kurzecks wunderbarer Prosa in etwas
Besonderes verwandelt. Und mögen manche auch spotten, dass, was
er erzählt, banal sei, - wie er es erzählt, ist mit Sicherheit
außergewöhnlich und stilistisch fein austariert. Die schöne CD
bietet eine gute Gelegenheit, den Autor kennenzulernen." (Knut
Cordsen, Bayern 2 Radio, Fünfzehn-Fünf Hörbuch-Magazin) "Kurzeck ist ein phantasiereicher Erzähler, der mittendrin steckt
in den verschlungenen Wandelgängen der Zeit, den Ausgang genauso
sucht wie seine Leser und während dieses Weges das an den Seiten
liegende aufgreift und sprachlich aufbereitet weiter gibt. Fast
gehetzt wirkt seine Stimme, wie er durch den Wortewald stürmt
und von ganz banalen Dingen - Alltag, Natur, Beziehungen - spricht.
Seine Beschreibung von Hausmeistertätigkeiten wie Flurputzen und
die Säuberung der Fußabstreifer kommt bekannt vor. Doch so wie
Kurzeck sich dem Thema nähert und es abarbeitet, schauen die wenigsten
dem Hausmeister auf die Finger. Kurzecks Welt ist die unsere,
die wir Tag für Tag sehen und erleben (können), die oft gar nicht
mehr wahrgenommen wird, die der Autor nun beschreibt und die verschütteten
Selbstverständlichkeiten beim Leser ausgräbt." (Klaus Hübner,
titel-magazin) "Die Musikalität von Kurzecks Prosa kommt besonders schön auf
der Hör-CD "Stuhl, Tisch, Lampe" zum Ausdruck. Kernstück bildet
die 30 minütige Lesung, die der CD aus ihren Titel gab - eine
Lesung über eine Lesung, über deren Vorbereitung und Ablauf. Das
ist nicht einfach Selbstbespiegelung. Vielmehr wird das scheinbar
banale, eine Autorenlesung, wieder zum Anlaß genauer Beschreibung
und Beobachtung genommen, zum sprachlichen Spiel verschärfter
Wahrnehmung. Kurzeck intoniert pointiert, entwickelt Melodiebögen,
ohne mit seiner Stimme besonders stark zu variieren. Doch das
Gleichförmige seines Vortrags macht dessen Sogwirkung aus und
verwandelt selbst noch das gesprochene Wort in Klang, der so ruhig,
gefasst wie ein Stück von Morton Feldman durch den Raum driftet.
Wer diese Beschreibung für übertrieben hält, sollte es hören."
(Martin Büsser, Testcard) "Frühsommer: Im Gras stehen die Ameisen und wissen nicht, wie
sie das geschmolzene Speiseeis, das ein Kind verlor, wegtragen
sollen. Das Auge, das dieses Szene registriert, gehört dem Frankfurter
Autor Peter Kurzeck. Leben, wie Kurzeck es notiert, setzt sich
aus einer Reihung solcher Beobachtungen zusammen, Miniaturaufnahmen,
Lebens-Stills, die in der Folge den Film ergeben, der sich, ganz
wie auf Zelluloid, doch aus unvereinbaren Momenten zusammenstückelt,
im Ich nur scheinbar eine Einheit findend - bei einer Lesung etwa,
in Offenbach. Die Angst des Autors vor dem Auftritt. "Der Autor
sieht den leeren, für ihn bestimmten Stuhl - und ihm ist, als
ob er sich verpasst hätte." Blaulicht im Hintergrund untermalt
die Lesung der Lesung (oder ihr Original?), die, wie seine Texte,
aus denen er auf der CD vorträgt, jene Stille erzeugt, aus der
die Wahrnehmung möglich wird." (Der Standard, Wien) "Wer ihn einmal aus seinem Werk hat lesen hören, wird die Melodie,
mit der er seine Sätze vorträgt, schwer aus dem Kopf bekommen.
Die Hörbuch-CD 'Stuhl, Tisch, Lampe' ist der beste Beweis dafür."
(Christoph Schröder, Frankfurter Rundschau) "Ich könnte Peter Kurzeck tagelang zuhören. Immer wieder. Er schafft
in seinen Texten eine Atmosphäre, die man wahrhaftig schmecken
und riechen kann." (Friederike Frank, amazon.de) "Auf einzigartige, den Zuhörer sofort in den Bann ziehende Art
liest Peter Kurzeck vier Kapitel aus seinen autobiografischen
Romanen, die in endlosem inneren Monolog besessen Alltagsbanalitäten
beschreiben. Kurzecks Stimme wird man so schnell nicht mehr los,
man hört sie künftig unweigerlich beim Lesen mit!" (Stiftung Lesen)
Peter Kurzeck: Stuhl, Tisch, Lampe
Inhalt:
1) Stuhl, Tisch, Lampe 30:07
2) Dionysos heißt der Wirt 10:48
3) Samstagmorgen 18:28
4) Nach Süden! 17:29
"Und wenn man ihn lesen hört, und man muss ihn einfach lesen hören,
diese zarte, eindringliche, leicht atemlose Stimme, dann staunt
man über all das, was dem Dichter Peter Kurzeck gegenwärtig geblieben
ist... (Bettina Schulte, Badische Zeitung)
"Wenn man einmal Peter Kurzeck gehört hat, wie er seine Texte
vorliest, sind sie auch beim Lesen unweigerlich so im Ohr..."
(Helmut Boettiger)

Peter Kurzeck, 1943 in Böhmen geboren, aufgewachsen als Flüchtlingskind
in Staufenberg im Kreis Gießen, lebte seit 1970 lange Jahre in
Frankfurt am Main und wohnt heute in Uzès, Südfrankreich.
Peter Kurzeck
Stuhl, Tisch, Lampe
Audio-CD, 77 Minuten
Koproduktion mit Stroemfeld, Frankfurt
ISBN 3-932513-50-9
Euro 18,-