Lise Meitner Lise Meitner (1878-1968) ist die große Dame, man möchte sagen
selbstbewusste Verkörperung des Weiblichen in der Wissenschaft
ihrer Zeit und eine der ersten Frauen (in) der Physik. Über viele
Jahre forschte und lehrte sie an der Seite von Otto Hahn bevor
sie, von den Nationalsozialisten aus Berlin vertrieben, 1938 nach
Schweden emigrieren muss. Führend in ihren Arbeiten auf dem Gebiet
der Kernphysik und Radioaktivität, war sie maßgeblich an der Entdeckung
und theoretischen Deutung der Kernspaltung beteiligt. Angebote,
zum Bau der Atombombe in die Vereinigten Staaten zu gehen, lehnte
sie ab. Die hier versammelten Tonaufnahmen vergegenwärtigen den
Werdegang dieser so bemerkenswerten, eigentlich öffentlichkeitsscheuen
Frau, der zugleich auch Zeugnis einer geglückten Askese ist -
eines Lebens für die Forschung. Stimmen der Kritik: "Lise Meitner war eine der ersten und zugleich begabtesten Frauen
in der Physik, doch sie versuchte stets, den Rummel um ihre Person
zu meiden. Als Zeugnis ihrer seltenen öffentlichen Auftritte sind
deshalb die Originaltondokumente des Hörbuchs Die Frau in der Wissenschaft umso wertvoller... Ohne Bitterkeit, ja sogar mit großer Wertschäftigung
spricht sie von Hahn und ihrer Zeit in Deutschland. Ihre ernste,
oft zögernde Stimme läßt ihre Leidenschaft für die Wissenschaft
erahnen, für die sie alle Schwierigkeiten und Enttäuschungen in
Kauf nahm." (Hanna Wick, Neue Zürcher Zeitung) "Die hier vorliegenden Originaltonaufnahmen lassen das Bild einer
außergewöhnlichen Persönlichkeit entstehen." (Christiane Gut,
culture.text)
Die Frau in der Wissenschaft
Herausgegeben von Klaus Sander
Audio-CD, 57 Minuten
ISBN-10: 3-932513-46-0
ISBN-13: 978-3-932513-46-6
EUR 18,00
"Es fällt auf den ersten Blick schwer, sich vorzustellen, daß
Frau Meitner tatsächlich unser gesamtes Weltbild entscheidend
beeinflußt hat. Diese zierliche Dame, die selbst in hochhackigen
Pumps noch auffallend klein wirkt, hat so sanfte Bewegungen, eine
so warme, leise Stimme, daß man sie sich überhaupt nicht in irgendeinem
wissenschaftlichen Institut, sondern nur in der Intimität eines
Zimmers vorstellen mag. Selbst in einem Hörsaal gibt sie jedem
ihrer tausend Zuhörer das Gefühl, als unterhalte sie sich mit
ihm allein. Sie hat nichts Lehrhaftes, nichts Dozierendes. Sie
erzählt, ja, sie plaudert fast. So meint man bis dann plötzlich
ihr Manuskript mit einem lauten Rascheln vom Pult herunterfällt,
und sie es nicht einmal bemerkt. Und man sieht, sie plaudert eben
doch nicht, sie arbeitet so konzentriert, daß für sie nichts mehr
wirklich ist außer ihren Gedanken..." (Berliner Tagesspiegel,
10.4.1953)
Inhalt:
Rückschau auf mein Leben
Die Frau in der Wissenschaft
Max Planck als Mensch
Im Gespräch mit Berta Karlik
Zu Besuch in Kiel