Teufelsfragen - Ethische Konflikte in der Biomedizin Wieweit darf der Mensch Demiurg in eigener Sache sein, ohne selbst
verzehrt zu werden von den Kräften seiner Schöpfungsmacht? Darf
er, ohne diabolisch zu werden, mit dem Bauplan eines "Gottes"
spielen, der ihn in eine riskante wie chaotische Welt entlassen
hat? Wo schlägt, was er zur Rettung entwirft, um, in den Abgrund
einer Selbstanmaßung, aus dem es dann kein Entkommen gibt? Und
wer oder was sollte ihn bei alledem noch aufhalten? CD1 Stimmen der Kritik: "Der Molekularbiologe Jens Reich - in der DDR politisch drangsaliert
und später Bürgerrechtler, Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten
und Mitglied im nationalen Ethikrat - stellt sich den "Teufelsfragen".
Da, wo Biochemie und Molekularbiologie seine zweite Ausbildung
berühren, die des Mediziners, wird es heikel: Menschen klonen?
Stammzellen nutzen? Reich führt verständlich in den aktuellen
Stand der Wissenschaft und ihrer Ethik ein." (ZEITWissen) "Reich plädiert für eine sachliche Aufklärung, das Vertrautmachen
damit, was in der Forschung Vision und Science Fiction ist und
"dann kann die moralische Bewertung beginnen - mit der alten Frage:
Was tun und was unterlassen?" (Ärzte Zeitung) "War die Biologie für 200 Jahren eine recht unschuldige Wissenschaft,
so macht sich vor allem die Genforschung bereit, die Welt radikal
zu verändern. Dabei rückt nicht nur eine Unzahl neuer Möglichkeiten
in greifbare Nähe, auch viele ethische Probleme drängen sich auf.
Jens Reich versucht in freier Rede das Für und Wider vieler Fragen
aufzuzeigen, die Vor- und Nachteile biomedizinischer Forschung
gegeneinander abzuwägen. Mit seiner eigenen Meinung hält er nicht
hinterm Berg; er lässt dem Hörer aber alle Freiheit, selbst eine
Position zu finden." (Tobias Lehmkuhl, Berliner Zeitung) "Jens Reich lässt seinen Gedanken freien Lauf. Er resumiert die
Geschichte der Biologie der letzten 150 Jahre, spricht über die
großen Krankheiten und die heutigen Probleme, die durch Gentechnik
gelöst werden könnten, wie Herzinfarkte, Fragen der Hirnforschung,
Schwächen des menschlichen Immunsystems oder die Neurotransmitter
beim Sekundenschlaf. Teufelsfragen ist der treffende Titel, denn
es geht um die Grundprobleme der Bioethik. Das Mitglied des Ethikrats
versucht zu zeigen, dass der moralisch Konsequente in unauflösliche
Konflikte gerät..." (Alexander Riebel, Die Tagespost) "Keine Angst vor Stammzellen, Biotechnolgie und Klonen: Jens Reich
plaudert für jedermann verständlich über so heikle Themen wie
Stammzellenforschung, Genforschung und ethische Probleme, die
die zukünftigen Generationen in jedem Fall betreffen werden. Eine
der gefragtesten Forscherpersönlichkeiten unserer Zeit nimmt kein
Blatt vor den Mund. Konkurrenzlos empfehlenswert." (Dr. med. Eberhard
J. Wormer, Kundenrezension Amazon) "Auf der jüngsten supposé-Produktion plaudert Prof. em. Dr. Jens
Reich über die Geschichte der Genetik und über ethische und moralische
Probleme, die sich aus dem biomedizinischen Fortschritt ergeben.
Die frei gesprochenen Texte vermitteln den Eindruck eines Gesprächs,
das so gehalten ist, daß es auch für interessierte Laien immer
verständlich bleibt. Jens Reich erläutert in einzelnen Kapiteln
verschiedene Aspekte der Biomedizin und stellt sich dabei als
'Advocatus Diaboli' selbst die Teufelsfragen ("...darf man das?"),
die er dann auch zu beantworten versucht. Fragen nach der Würde
des Menschen, Sterbehilfe, Euthanasie oder Klonen werden angesprochen.
Deutlich wird in seinen Ausführungen, daß die Trennung von Erkenntnis
und Anwendung in den modernen Biowissenschaften nicht mehr möglich
ist, ja daß ein Forscher nicht mehr handeln kann, ohne sich über
die Folgen im Klaren zu sein." (transkript - Life Sciences Magazin) "Wir können das Hörbuch uneingeschränkt empfehlen. Trotz des schwierigen
Themas findet Jens Reich eine verständliche Sprache und gibt viele
Denkanstöße. Er wirft Fragen auf, mit denen wir alle früher oder
später konfrontiert werden: beim Kinderkriegen, Älterwerden oder
bei der Therapie von Krankheiten." (Christian und Lilo Eurich,
Gehirn & Geist) "Die CD ist ein schönes Beispiel dafür, wie gut es ist, Forschern
direkt und ungefiltert zuzuhören. Reich hat Zeit, seine Argumente
in Ruhe zu entwickeln und zu erklären, niemand schneidet ihm nach
45 Sekunden das Wort ab, weil im Radio oder im Fernsehen schnell
der nächste Bericht gesendet werden muß. Dank solcher Berichte
aus dem Labor kann sich der Hörer ein eigenes Bild von den Positionen
des Biologen machen und von seinem breiten Wissen profitieren
- und Reich hat eine Menge zu sagen." (Thilos Resenhoeft, dpa) "Die heutige Grundlagenforschung im Bereich der Biologie und der
Biomedizin führt zu lebenswichtigen Entscheidungen, steuert unabdingbar
auf ethische Fragen zu. Menschen klonen? Stammzellen nutzen? Was
tun, was unterlassen? Dem Titel der Doppel-CD nach sind dies Teufelsfragen,
schwierige Fragen, denen man nicht ausweichen darf, die nicht
nur theoretisch beantwortet werden wollen, sondern praktische
Entscheidungen erfordern - und deren Beantwortung womöglich eine
Vielzahl neuer Fragen und Probleme nach sich zieht. Diese Fragen,
so Jens Reich, gehen nicht nur die Experten, hier: Biologen und
Biomediziner etwas an. Es sind Fragen, die alle Mitglieder einer
Gesellschaft betreffen und die in einer Demokratie schließlich
Regierung und Parlamentarier zur Formulierung von Regelungen und
Gesetzen veranlassen. Jens Reich spricht, hier und da mag man
fast sagen: er plaudert für jedermann verständlich über heikle
Themen wie Stammzellen und Genforschung, über Vor- und Nachteile,
über Nutzen und Missbrauch der Gentechnik. Nur ein brisantes Beispiel:
Auf gentechnischem Wege hergestellte Arzneimittel helfen bereits
vielen Menschen; sie retten Gesundheit und Leben. Man denke etwa
an Humaninsulin für Diabetiker und an Erythropoetin, das für Nierenkranke
und Kranke mit Blutarmut verwendet wird. Bekannter ist Erythropoetin
unter dem Kürzel EPO, wird es doch hier und da im Radsport sowie
beim Skilanglauf für Doping missbraucht. Im Laufe der gut zweistündigen
Doppel-CD lässt Jens Reich seinen Gedanken freien Lauf und resümiert
die Geschichte der Biologie, genauer: die Entwicklung der Genetik
in den letzten gut 150 Jahren. In naher Zukunft mag man dank gentechnischer
Forschungen Herzinfarkte vermeiden und Schwächen des menschlichen
Immunsystems besser behandeln können. Das wird zur Steigerung
der Lebensqualität, wenn nicht gar zur Verlängerung des menschlichen
Lebens beitragen. Darf man das? Und: Welche Folgen hat das - für
den einzelnen und für die Gesellschaft? Fragen über Fragen. Eben
die aber machen die Doppel-CD zu einem spannenden und anregenden
Hörerlebnis. Mit seiner ethischen Position hält der Wissenschaftler
nicht hinterm Berg, doch führt er die Hörer immer wieder in einen
unübersehbaren Wald voller Fragen, wo sie angesichts ethischer
Herausforderungen und Dilemmata ihre eigene Position finden müssen."
(Thomas Kroll, Deutschlandradio Kultur, Radiofeuilleton) "Mit fundiertem Wissen und einem deutlichen Gespür für die moralischen
Konflikte der modernen Gesellschaft beschreibt Professor Reich
die Geschichte der Genetik, wirft eine Vielzahl unbequemer Fragen
auf, gibt Antworten und Denkanstöße und zeichnet nebenbei ein
Gesellschaftsbild der anderen Art." (BÄK intern, Informationsdienst
der Bundesärztekammer) "Reich bleibt stets gut verständlich, seine Sprache richtet sich
nicht an ein Fachpublikum, sondern an den interessierten Laien.
In amüsiertem Tonfall plaudert er über die Zusammenhänge von Genforschung
und übermüdeten Autofahrern oder die bislang vergeblichen Bemühungen
der Wissenschaftler, der Malaria beizukommen. Im Mittelpunkt stehen
jedoch stets die ethischen Fragen, die durch die Genforschung
aufgeworfen werden. Dürfen wir das Genom der Menschen verändern,
um zu heilen? Auch der Frage nach der Menschenwürde geht der Biologe
mit Fachkenntnis nach - immer im Gepäck dabei: eine große Portion
Menschlichkeit. Dennoch will der Redner auch provozieren: Was
ist eigentlich so schlimm daran, menschliche Klone herzustellen?
Gerade wenn Reich den Advocatus diabolus spielt, wird es interessant:
Er nimmt kein Blatt vor den Mund und verschafft so Einblicke in
die Gedankenwelt einer Forscherzunft, die sich viele Fragen ganz
anders stellt - und darum auch zu andernen Ergebnissen kommt.
Und obwohl auch Reich aus dieser Fachwelt kommt, gelingt es ihm
spielend, die unterschiedlichen Horizonte aller Protagonisten
mit einem leicht ironischen Unterton aufzubrechen und den Kern
der Thematik für den Zuhörer auf den Punkt zu bringen." (Tanja
Krämer, spektrum direkt) "Bildung als Hörerlebnis, spannend bis zur letzten Minute: Wie
Jens Reich Ethik, Biomedizin und Gentechnik zusammenbringt, wie
er von scheinbar leichter Hand erzählt, seinen ganzen Erfahrungsschatz
ausbreitet, Unwissende nicht ausschließt, sondern mitnimmt auf
eine Wissensreise, das ist vorbildlich und überaus bereichernd
für den Hörer. In Reich, dem Molekularbiologen und Bürgerrechtler,
kann man einen Mann von hohen Graden und vorgelebter Verantwortung
kennen lernen." (Volker Lilienthal, hr2-Hörbuchbestenliste) "Mit angenehmer Stimme moderiert der Biomediziner unterhaltend
ein Thema, das aktueller und brisanter nicht sein kann, greift
viele Facetten auf, wägt nachvollziehbar ab und lässt dabei Raum
für die Meinung des Hörers. Jens Reichs Weitsicht wirft Fragen
auf, die uns bald betreffen können, und schafft damit ein Bewusstsein
für eine zeitgemäße Ethik in der biome- dizinischen Forschung:
ebenso spannend und informativ wie unterhaltend und ermahnend."
(Immo Wille, einblick) "Was ist in der Genforschung Vision und was ist Science-Fiction?
Jens Reich plädiert für eine sachliche Aufklärung der Öffentlichkeit.
Grundsatzfragen der Genforschung, die Würde des Menschen und die
Verantwortung von Forschern sind das Thema der 'Teufelsfragen'.
Reich will - mithilfe von Aufklärung und Information der Öffentlichkeit
- die Grundlage für eine moralische Bewertung legen: Was kann
getan und was muss unterlassen werden?" (upgrade - Das Magazin
für Wissen und Weiterbildung der Donau-Universität Krems)
mit Jens Reich
Konzeption und Regie: Klaus Sander
Erzähler: Jens Reich
Aufnahme und Schnitt: Anja Theismann
Mastering: Piethopraxis Tonstudio Köln
Produktion: supposé 2005
2-CD-Set, 130 Minuten
Booklet, 8 Seiten
ISBN-10: 3-932513-62-2
ISBN-13: 978-3-932513-62-6
Euro 24,80
1 Eine kurze Geschichte der Genetik und Gentechnik
2 Das Rätsel der Malaria
3 Gentechnische Probleme
4 Die Entschlüsselung des Genoms
5 Grundsatzfragen der Genforschung
6 Eine nachholende Ethikdebatte
CD2
1 Die Würde des Menschen
2 In der moralischen Zwickmühle
3 Biowaffen
4 Die Verantwortung des Forschers
Prof. Dr. Jens Reich, geboren 1939 in Göttingen, seit 1992 Gruppenleiter
"Bioinformatik" am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin
in Berlin-Buch, 1998-2004 Professor für Bioinformatik an der medizinischen
Fakultät der Humboldt-Universität Berlin (Charité), 1989/90 Mitbegründer
der Bürgerbewegung "Neues Forum", 1994 unabhängige Kandidatur
für das Amt des Bundespräsidenten, seit 2001 Mitglied des Nationalen
Ethikrates.