Die Saga-Aufnahmen (II)
Grettis saga / Egils saga

Konzeption & Regie: Thomas Böhm und Klaus Sander
Erzähler: Kristof Magnusson, Arthúr Björgvin Bollason, Klaus von See, Heiko Uecker, Arnulf Krause, Kjartan Ragnarsson, Baldur Hafstad, Jón R. Hjálmarsson, Jón Eiriksson, Arinbjörn Jóhannsson, Helgi Björnsson, Jón Hálfdanarson, Thor Vilhjálmsson
Aufnahmen: Klaus Sander
Schnitt: Michael Schlappa
Produktion: supposé 2011

gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

Box mit 4 Audio-CDs, 260 Minuten
und Booklet, 44 Seiten
ISBN 978-3-86385-002-9
Euro 39,80

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Mit dieser zweiten CD-Box der Saga-Aufnahmen findet das bislang größte und umfangreichste supposé-Projekt seine Fortsetzung. Drei Jahre lang (von 2009 bis 2011) dauerte die Arbeit an den insgesamt acht CDs, auf denen über zwanzig Erzähler zu hören sind. Sie versammeln die wichtigsten Isländersagas und dokumentieren auf Grundlage zahlreicher Island-Reisen die bis heute anhaltende Allgegenwart der Sagas in Sprache, Kultur und den Landschaften Islands, in denen die Aufnahmen statttgefunden haben.

CD1
Arthúr Björgvin Bollason erzählt die Saga von Egill (Egils saga)

CD2+3
Kristof Magnusson erzählt die Saga von Grettir (Grettis saga)

CD4
Heiko Uecker über die isländische Literatur im Mittelalter
Klaus von See über Skaldendichtung
Baldur Hafstad über die Sagazeit
Anmerkungen zur Grettis saga:
Jón Eiríksson über Drangey
Jón R. Hjálmarsson über übernatürliche Wesen in Island
Jón Hálfdanarson, Arinbjörn Jóhannsson und Helgi Björnsson über Arnarvatnsheidi und Islandpferde
Anmerkungen zur Egils saga:
Kjartan Ragnarsson über die Autorschaft der Egils saga
Baldur Hafstad über Snorri Sturluson
Arnulf Krause über Egill als Skalde und Magiker
Baldur Hafstad über Arinbjarnarkvida
Thor Vilhjálmsson liest Egill Skallagrímsson (Höfudlausn, Sonatorrek, Arinbjarnarkvida)

Stimmen der Kritik:

"Sechsmal sind Sander und Böhm seit Mai 2009 nach Island gefahren, um dort mit wechselnden Erzählern Sagas aufzunehmen. Jedes Mal haben sie neue Leute kennengelernt, sodass ein facettenreiches Stimmenpanorama zusammenkam: fast schon ein Hör-Archiv der isländischen Sagakultur. Dass es ihnen dabei nicht um eine Suche nach möglichen Ursprüngen, sondern um den gelebten Alltag der Gegenwart ging, ist Klaus Sander wichtig. Das Island-Projekt schließt an eine Grundidee von supposé an: Erzählen und Sprechen sind dem Schriftlichen ebenbürtig. Viele Isländer der mittleren und älteren Generation sprechen sehr gut Deutsch, das war natürlich entscheidend für die Island-CDs. Sander und Böhm erbringen den Beweis, dass die heutigen Isländer wunderbare Geschichtenerzähler sind; für ihre Aufnahmen sind sie an die Originalschauplätze gefahren, um sich vom Flair der Orte inspirieren zu lassen. Die Fotos in den beiden Booklets zeigen, wie schnörkellos schön diese Landschaft ist."
(Jutta Person, börsenblatt, 20. September 2011)

"Das Gespräch mit der Natur lässt sich auch in der Jetztzeit erzählen, die alten Erzählungen sind im kollektiven Gedächtnis quicklebendig. Thomas Böhm und Klaus Sander stellen in einer auf acht CDs angelegten Edition ein Island vor, in dem die Sagas allgegenwärtig sind und das Nachdenken über sie einen Teil ihrer Lebendigkeit ausmacht. Vielleicht ist, wenn man am Rand der Welt inmitten eines Wortmeers in der in gleichgültiger Stummheit fernsten Natur wohnt, dem Menschen nichts wichtiger zum Überleben als das Erzählen, als die Selbstvergewisserung, dass es diesen Ort, diese Zeit, sich selbst, also: die Welt wirklich gibt und man dahin gehört, zu jedem Ende hin."
(Andreas Kohm, Badische Zeitung, 8. Oktober 2011)

"Wer die Sagas, die historisch-literarischen Überlieferungen über die Zeit der ersten Besiedlung, als Nicht-Isländer kennenlernen will, der sollte sie am besten hören. Das entspricht ihrer traditionellen mündlichen Überlieferung, und daher sind die beiden Hörbücher der Saga-Aufnahmen ein solcher Glücksfall: Isländer erzählen darin ihre jeweils eigene Version der tradierten Texte nach, frei und lebendig und mit jener Nähe, die uns berührt, da sie in ihrer entschlossenen Mündlichkeit auf uns abzielt. Dass Isländer große Geschichtenerzähler sind, wusste man zwar auch schon ohne dieses Stimmenorchester. Und dennoch lässt sich kaum eine überraschendere Adaption mittelalterlicher Literatur denken als diese strahlend frische, überlegen komponierte und nicht zuletzt freche Version der einzigartigen Epen."
(Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Oktober 2011)

"Ein vielfältiger, lebendiger Bericht, ein erstaunliches Archiv der isländischen Kultur aus berufenem Mund. Das ungewöhnliche Projekt steht an der Grenze zwischen Literatur und erzählter Geschichte. Wie kaum ein anderes passt es zum Motto 'Sagenhaftes Island', unter dem das Land Ehrengast der Frankfurter Buchmesse ist. Wer selbst nach Island reisen möchte, kann sich hiermit bestens auf die Kultur vorbereiten, die ihn erwartet."
(Thilo Resenhoeft, dpa, 12. Oktober 2011)

"Rund 20 Personen nehmen einen in dieser zweiteiligen Saga-Edition mit auf eine akustische Reise, auf der man viel darüber erfährt, wie die Isländer heute mit den alten Geschichten leben. Beiden CD-Boxen sind dicke Booklets mit Landschaftsaufnahmen beigefügt, in die man sich beim Zuhören wunderbar vertiefen kann."
(Christel Wester, WDR3 Passagen, 20. Oktober 2011)

"Einen neuen Geniestreich hat supposé gerade veröffentlicht: Die Saga-Aufnahmen. Bei Sagas handelt es sich um alte isländische Heldengeschichten. Bis zum heutigen Tag werden diese mündlich tradiert, jeder Isländer kennt die Storys. Die bestechende Idee von supposé: die Sagas von deutsch sprechenden Isländern an den Originalschauplätzen erzählen zu lassen. Gerade der Widerspruch zwischen der modernen Alltagssprache und den archaischen Themen macht die Aufnahmen so interessant. Vor allem aber sind die Geschichten, zum Beispiel die vom bärenstarken Grettir, so verrückt und schön, dass man sie sofort seinen Kindern weitererzählen möchte."
(NIDO, Nr. 12/2011-01/2012)

"Das gewiss ungewöhnlichste Hörbuchprojekt des Jahres."
(Denis Scheck, Deutschlandfunk Büchermarkt, 16. Dezember 2011)

"Zweihundert Jahre lang wurden die Lebensgeschichte und die Gedichte von Egill mündlich tradiert, bevor ein anonymer Verfasser die Egils Saga aufschrieb. Sie bildet den wahren Schatz des kriegerischen Skalden und eignet sich dazu, selbst wieder mündlich nacherzählt zu werden. Die sympathische Stimme gehört Arthúr Bollason. In dem berühmten Gedicht sonatorrek (der Söhne Verlust) hadert und versöhnt Egill sich mit seinem Gott Ódinn, der ihm die Dichtergabe verliehen hat. In Versform konnte Egill seiner Trauer Ausdruck verleihen und ins Leben zurückkehren. In den Saga-Aufnahmen II rezitiert der Schriftsteller Thor Vilhjálmsson sonatorrek auf Isländisch - eine einzigartige Gelegenheit, Klang und Rhythmus der Verse im Original zu erleben."
(Bernhild Vögel, Icelandreview, 5. Juli 2012)

"Grossartig, dass es einen Verlag gibt, der sich so etwas traut. Diese acht CDs sind ein einzigartiges, sehr sehr ehrgeiziges Projekt, das noch viel mehr Beachtung finden sollte."
(Buchhandlung Jastram, Ulm, 9. August 2012)

Die Saga-Aufnahmen (I)
Njáls saga / Laxdæla saga