Das Gehirn ist in der Welt und die Welt im Gehirn. Und um dieses
zu beschreiben, muß das Gehirn versuchen sich selbst zu verstehen...
Sind manche Menschen für solche Versuche nun begabter als andere,
so ist Wolf Singer sicher einer der begabtesten weltweit - ein
streitbarer Geist und einer, der seine Forschungen öffentlich
macht. In seinen Neurobiologischen Überlegungen erläutert er die Entwicklung und Architektur des Gehirns. Schon
bei der scheinbar einfachen Frage, über welche neuronalen Leistungen
wir ein Gesicht in der Menge erkennen, werden wir in einen Abgrund
geworfen von Wissen, Vermutungen, Hypothesen und Rätseln. Singer
zeigt, dass selbst der "freie Wille", die Freiheit des Menschen,
nur als Illusion zu haben ist. Wenn der Neurophysiologe John Eccles
über die Grundbedingung aller Wissenschaften schreibt: "Wir wissen
nicht, wir raten", so lässt uns Singer an diesem großen "Raten"
teilhaben und zeigt, wie es zugeht, wenn das Gehirn das Gehirn
verstehen will. Und das wiederum kann (für unser Gehirn) ein Genuss
sein! Stimmen der Kritik: "Eine mich wirklich fesselnde Entdeckung, obwohl ich bereits einiges
zu diesem Thema gelesen habe. Es ist faszinierend Wolf Singer
zuzuhören, wie er seine Gedanken entwickelt und Einblick in Erkenntnisse
vermittelt wie die, dass das Gehirn nirgendwo etwas an einem Ort
abspeichert, sondern das, was von der Welt im Gehirn repräsentiert
ist, überall verteilt ist. Was wir denken, erinnern: all das ist
ein reines Muster von Erregungen. Singer dürfte einer der wenigen
sein, denen es gelingt, spannend, kompetent und verständlich zugleich
in einer knappen Viertelstunde die Geschichte der Hirnforschung
zusammenzufassen - was er hier tut. Aber das ist nicht alles:
Lassen Sie sich überraschen. Sie werden viel lernen von dieser
Hör-CD, nicht zuletzt auch, wie große Naturwissenschaftler denken,
nämlich komplexer und philosophischer, als sich das viele Kritiker
der Wissenschaft vorstellen." (Gert Scobel, Hessen Fernsehen,
Bücher, Bücher) "Das Gehirn ist ein besonderes, faszinierendes Organ, sein Funktionieren
immer noch weitgehend ein Rätsel, dem sich die Wissenschaftler
auf mühsamen Wegen annähern. Wolf Singer skizziert verständlich
und einprägsam die Geschichte der systematischen Hirnforschung
vom Beginn der Neuropsychologie während des 1. Weltkriegs bis
zu den Revolutionen der Hirnforschung durch die Erfindung der
Elektrophysiologie, die neuen elektronischen bildgebenden Verfahren,
die Entwicklung leistungsfähiger Rechner zur Bewältigung der Datenfluten
bei der Analyse, sowie die Molekularbiologie...Wolf Singer denkt
interdisziplinär und grenzüberschreitend, er regt an, die Konzepte
für Erziehung und Rechtsprechung sowie den Begriff der Freiheit
neu zu überdenken, und er erklärt warum. Es ist ungeheuer spannend,
seinen Gedankengängen zu folgen. Man lernt, die wunderbare, fein
strukturierte Organisation der Welt drinnen in einem selbst und
draußen besser zu verstehen..." (Dorothea Breit, WDR Hörfunk,
Mosaik) "Hirnforschung im Hörbuch - funktioniert das? Ganz ausgezeichnet
sogar, wenn der Frankfurter Neurobiologe Wolf Singer die Fragen
stellt und sie dann auch gleich beantwortet. In freier Rede und
äußerst anschaulich, so, wie es seine Art ist... Einge gelungene
CD!" (Knut Cordsen, Bayern 2 Radio Hörbuch-Magazin) "Spannendes aus der modernen Hirnforschung hören wir aus dem Mund
des renommierten Wissenschaftlers Wolf Singer... Der Forscher
gibt anspruchsvolle und anregende Einblicke in neurobiologische
Erkenntnisse..." (Claudia Mauelshagen, Psychologie heute) "Hirnforschung kompetent und verständlich! Wolf Singer ist Direktor
am Max-Planck-Institut für Hirnforschung, doch seine Zusatz-Begabung
ist eindeutig, auch für Nicht-Neurologen vollkommen verständlich
zu sprechen! ... Viel spannender als jeder Tatort." (Klaus Schwarzfischer,
Amazon) "Wolf Singer stellt die Frage nach dem Ich. In freier und flüssiger
Rede und mit einer Stimme, die wie eine sympathische Ausgabe Edmund
Stoibers klingt, konstatiert er, dass es im Gehirn kein Konvergenzzentrum
gibt, in dem alle Informationen zusammenlaufen. Weil das Ich keinen
ausgezeichneten Ort habe, lasse es sich so schwer lokalisieren.
Für Singer steht deswegen die Frage im Vordergrund, auf welche
Weise die unterschiedlichen Bereiche des Gehirns miteinander vernetzt
sind. Das ist das 'Bindungsproblem', von dem der Titel spricht.
Fragen zu stellen und Probleme zu erkennen scheint derzeit die
Hauptbeschäftigung der Hirnforschung zu sein. In keinem anderen
Wissenschaftszweig spürt man solche Goldgräberstimmung." (Berliner
Zeitung) "Wolf Singer erzählt seinen Hörern vom Wunder und Rätsel des menschlichen
Gehirns... 72 Minuten lang dauert der Exkurs über unseren Denkapparat.
Die CD steckt voller Hypothesen und provozierender Vermutungen.
Singers Denkanstöße sind unterhaltsam und beschränken sich nicht
auf neurobiologische Erkenntnisse. All das macht die Bindungsprobleme zu einer lohnenswerten Hörstunde." (Christian Eurich, Gehirn
& Geist) "Wolf Singer ist eine Ausnahmefigur. Nicht nur, daß er zu den
angesehensten deutschen Wissenschaftlern gehört, in dem Herausgebergremium
fast jeder zweiten Fachzeitschrift zur Hirnforschung sitzt und
zum Beraterkreis des Vatikans gehört. Er versteht sich auch auf
die - in Deutschland höchst seltene - Kunst, seine Forschung verständlich
darzustellen.Aus dem Stand extemporiert der Neurobiologe mal eben
zwei Stunden lang über die Evolution des Gehirns, den gegenwärtigen
Stand seiner Forschung und das Problem des freien Willens ..."
(Ulrich Schnabel, Die Zeit) "Genial! In 10 Kapiteln schildert Wolf Singer in offensichtlich
freier Rede die Historie und den derzeitigen Kenntnisstand der
Gehirnforschung. Die Struktur des Gehirns wird, neben der genetisch
determinierten Prägung, aus der Art der Sozialisation bestimmt.
Evolutionär gesehen ist die Entwicklung des Gehirns zunächst nur
eine Zunahme der Gehirnmasse, wobei die qualitative Veränderung
darin besteht, dass neue Gehirnareale evolutionär ältere Gehirnareale
"beobachten". Das Bewußtsein ist demnach auch keine zentrale steuernde
Instanz, sondern eine der Selbstbeobachtung. Im Weiteren schaft
Singer einen Bezug zu der sich daraus ergebenen Interpretation
des "freien Willens" und stellt am Rande Überlegungen zur Schuldfähigkeit
und -minderung in der Rechtsprechung an. 70 Minuten anspruchsvolle,
spannende, bildende Unterhaltung - auch für Laien." (Kundenbewertung
Amazon)
Bindungsprobleme - Neurobiologische Überlegungen
mit Wolf Singer
Konzeption und Regie: Klaus Sander
Erzähler: Wolf Singer
Aufnahme und Schnitt: Anja Theismann
Mastering: Andi Thoma, St. Martin Tonstudio Düsseldorf
Produktion: supposé 2003
Audio-CD, 71 Minuten
ISBN-10: 3-932513-48-7
ISBN-13: 978-3-932513-48-0
vergriffen
Nominiert für den "Deutschen Hörbuchpreis 2004" (Beste Information)
"Es gibt im Gehirn keinen einzelnen Ort, wo alle Informationen
zusammenlaufen, wo aus den verschiedenen Sinnessignalen schlüssige
Bilder der Welt gefertigt werden, wo Entscheidungen fallen, wo
das Ich "Ich" sagt. Stattdessen sehen wir uns einem extrem dezentral
organisierten System gegenüber, in dem an vielen Orten gleichzeitig
visuelle, auditorische oder motorische Teilergebnisse erarbeitet
werden. Und diese koordiniert das Gehirn auf recht geheimnisvolle
Weise zu einer zusammenhängenden Deutung von Welt. Wie es kommt,
dass dieses System auch über sich selbst Protokoll führt, so dass
es sich seiner selbst bewusst wird, zählt zu den faszinierendsten
philosophischen Fragen unserer Zeit."
Inhalt: Bemerkungen zur Evolution des Gehirns / Eine kurze Geschichte
der Hirnforschung / Zwei unterschiedliche Beschreibungssysteme
/ Das Problem des freien Willens / Bindungsprobleme / Die Verlässlichkeit
unserer Sinnessysteme

Wolf Singer (geboren 1943) ist Direktor am Max-Planck-Institut
für Hirnforschung in Frankfurt am Main.