Nobelpreis für Literatur 2009 an Herta Müller Die Nacht ist aus Tinte gemacht In "Die Nacht ist aus Tinte gemacht" erzählt die Berliner Schriftstellerin
Herta Müller ihre Kindheit im rumänischen Banat. Aus dem Gespräch
heraus, ohne Manuskriptvorlage, erzeugt ihre behutsam sich vorantastende
Stimme eine dichte, spannungsreiche Atmosphäre, in der vor dem
Ohr des Hörers eine Welt zum Leben erweckt wird, die nur noch
in der Erinnerung existiert. CD1 Stimmen der Kritik: "supposé setzt ausschließlich auf das mündliche Erzählen. Denn persönliche
Mitteilungen - ob von Wissenschaftlern oder Dichtern - gehen uns
auf andere Weise nahe als das geschriebene Wort. Thomas Böhm und
Klaus Sander ist es gelungen, die eher scheue Schriftstellerin
Herta Müller zum Sprechen zu bringen. Ein Geschenk." (Silke Behl,
Radio Bremen, Literaturzeit, 6. September 2009) "Wenn jemand so hervorragend erzählen kann wie die deutsche Schriftstellerin
Herta Müller, bekommt das Medium Hörbuch eine neue Dimension.
Müller erzählt großartig: präzise, fast lapidar, sehr dicht -
und doch lässt sie ihre Zuhörerschaft wie durch den Zauberkristall
der Kindheit in eine mittlerweile untergegangene Welt schauen."
(Ute Woltron, Der Standard, 12. September 2009) "Herta Müller gibt auf Die Nacht ist aus Tinte gemacht eindrucksvoll Auskunft über ihre rumäniendeutsche Herkunft und
die bildmächtige Sprache der Banater Schwaben und Siebenbürger
Sachsen." (Knut Cordsen, BR2 Diwan, 12. September 2009) "Vor zwei Jahren erschien das Hörbuch Ein Sommer, der bleibt, in dem Peter Kurzeck von seiner Kindheit in einem hessischen
Dorf erzählt. In freier Erzählung, ohne Manuskript. Es wurde von
der Kritik gefeiert und 2008 Hörbuch des Jahres. Das selbe Prinzip
liegt nun der CD Die Nacht ist aus Tinte gemacht zu Grunde. Thomas Böhm und Klaus Sander haben die Schriftstellerin
Herta Müller über ihre Kindheit im rumänischen Banat befragt.
Entstanden ist ein Tondokument von unvergesslicher Intensität.
Ein Höhepunkt dieses literarischen Herbstes." (Blütenleser, Newsletter
Nr. 22, 14.-20. September 2009) "Viele Kindheiten auf dem Lande mögen sich - abzüglich der rumänischen
Eigenheiten - vor 60 Jahren ähnlich angefühlt haben wie die von
Herta Müller in Nitzkydorf. Doch so darüber reden und sich derart
in Details vertiefen, das vermögen nur wenige. Dem mutigen Berliner
Label supposé sei Dank für dieses eindrückliche biografische Zeugnis einer
großen Autorin und großen mündlichen Erzählerin." (Florian Felix
Weyh, Deutschlandfunk Büchermarkt, 24. September 2009) "Herta Müller erzählt von harter Arbeit und seltsamen Bräuchen,
von der Weltfremdheit des Dorfs, von den sprachlichen Fallstricken
zwischen Dialekt, Hochdeutsch und Rumänisch, und von Kindergedanken,
Kinderängsten, aber auch kindlichem Selbstbewusstsein. Die manuskriptlose
Erzählweise, dieses behutsame Vorantasten entwickelt eine ganz
besondere Spannung." (Uwe Kossack, SWR2 Forum Buch, 27. September
2009) "Sprich, Erinnerung: Herta Müller erzählt detailreich, mitteilsam
und ohne poetische Übermalung von ihrer Kindheit und Jugend in
einem der deutschen Siedlungsgebiete Rumäniens und beschwört dabei
eine untergegangene Welt, in der die Mahlströme der Geschichte
im individuellen Erleben aufscheinen. So wird der Zuhörer einbezogen
in eine ungewöhnliche Lebensgeschichte. Ein wahres Hörbuch!" (hr2-Hörbuchbestenliste,
Oktober 2009) "So etwas eigenartig Schönes, das zugleich so traurig und fremd
ist, hört man selten. In einer manchmal schneidend harten, dann
wieder glockenklaren und immer wieder tastenden Sprache erinnert
sich Herta Müller an eine durch den Zweiten Weltkrieg und das
kommunistische Regime zerbrochene Erwachsenenwelt, die schwer
und bedrückend über ihr lastet, sie erinnert sich aber auch an
die Selbstversunkenheit, mit der sie als Mädchen allein durch
die Natur streift, und das Heimweh nach einem Dorf, aus dem sie
immer fort wollte." (Wiebke Poromka, Das Magazin, Oktober 2009) "Eine wunderbare Box, in der Herta Müller ihre ganze Lebensgeschichte
erzählt. Ein wunderbarer Einstieg in ihr Werk." (Hubert Winkels,
Deutschlandfunk, 8. Oktober 2009) "Herta Müller zieht den Hörer in ihren Bann." (BILD, 9. Oktober
2009) "Ein eindrucksvoller, atmosphärisch dichter Bericht." (Süddeutsche
Zeitung, 9. Oktober 2009) "Das bis heute wiederkehrende Thema ihrer ersten Bücher war ihre
Kindheit im Banat, das repressive, paternalistisch-ritualisierte
Leben im Dorf, die harte Arbeit der Eltern in der Kolchose. In
dem gerade erschienenen Hörbuch Die Nacht ist aus Tinte gemacht erzählt Herta Müller im Gespräch von dieser Einübung der Angst,
aber auch von der Entdeckung, dass sich die Angst durch Worte
bannen lässt." (Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine
Zeitung, 9. Oktober 2009) "Womit soll ich als Müller-Neuling einsteigen? Mit einer CD! Denn
im Hörbuch Die Nacht ist aus Tinte gemacht erzählt Herta Müller auf fesselnde Art und Weise von ihrer Kindheit
im rumänischen Banat, der Ceausescu-Diktatur und ihrer Ausreise
nach Westdeutschland." (Nadine Rinke, Hamburger Morgenpost, 9.
Oktober 2009) "Eine großartige Doppel-CD" (BR2 kulturWelt, 9. Oktober 2009) "Zum zweiten Mal gelingt so fulminant das Experiment des supposé Verlags, einen Autor erzählend zurück in seine Kindheit zu schicken:
Ein Sommer, der bleibt. Peter Kurzeck erzählt das Dorf seiner
Kindheit war in seiner aus der freien Rede geborenen Poesie das eindrücklichste,
was das Genre Hörbuch in den letzten Jahren hervorgebracht hat.
Herta Müllers aus dem Gespräch heraus entwickelte Erinnerung 'Die
Nacht ist aus Tinte gemacht' unterscheidet sich stark von Kurzecks
Wiederbelebung der verschwundenen, aber überhaupt nicht verlorenen
Zeit: Bei ihm die geradezu exzessive Weltwahrnehmung, der Wunsch,
nichts an das Vergessen verloren zu geben, der verzauberte Blick,
der noch den kleinsten Dingen gilt. Bei Müller hingegen das verstörte,
verängstigte, allerdings nicht minder genaue Schauen auf die Umwelt
des Kindes. Hier Helligkeit, dort Dunkel. Faszinierend sind beide
Rückblenden. Es ist zu wünschen, dass supposé-Verleger Klaus Sander noch weitere Autoren auf diese Weise zum
Erzählen bringt - eine uralte und im Post-Gutenberg-Zeitalter
ganz neue Gattung hat er der Literatur schon geschenkt." (Ulrich
Rüdenauer, Badische Zeitung, 9. Oktober 2009) "Immer, wenn man meint, Klaus Sander könnte sein ambitioniertes
Verlagsprogramm nicht weiter toppen, wird man in schöner Regelmäßigkeit
eines Besseren belehrt. 2008 glückte ihm das 'Hörbuch des Jahres'
(Ein Sommer, der bleibt. Peter Kurzeck erzählt das Dorf seiner
Kindheit), im Sommer 2009 erschien, auf ähnliche Weise entstanden, konzipiert
von Thomas Böhm und Klaus Sander, Die Nacht ist aus Tinte gemacht. Herta Müller erzählt das Dorf
ihrer Kindheit im Banat. Gestern wurde nun bekannt, dass Herta Müller mit dem Literaturnobelpreis
2009 ausgezeichnet wird. Meine Empfehlung: SOFORT KAUFEN!" (Matthias
Kratzenstein, sprecherforscher.de, 9. Oktober 2009) "Herta Müller beschreibt das Dorf, aus dem sie kommt, beschreibt
einer Ethnologin gleich Gegenstände, Kleidungsstücke etc., die
im dörflich-bäuerlichen Alltag zum Einsatz kamen, die aber heute,
noch nicht einmal nach 50 Jahren, aus dem westdeutschen, großstädtischen
Alltag für sie gänzlich verschwunden sind. Sie spürt und horcht
diesen Phänomenen nach, beschreibt sie in ihrer wunderbar poetischen,
ganz neu und unverbraucht klingenden Sprache, gibt ihnen damit
auch ihre Würde zurück. Doch Herta Müller wird weder rührselig,
noch pathetisch, sie verfällt keineswegs in Nostalgie und überdeckt
die Härte ihrer Kindheit nicht mit gnädigem Vergessen und/oder
Beschönigen. Sie breitet die Innenwelt eines Kindes vor dem Hörer
aus, lässt ihn an seinen Ängsten, Träumen, seinen Vorstellungen
und Ideen teilhaben, konfrontiert diese Seite der Kindheit und
Jugend aber auch mit der harten Seite der sie umgebenden aüßeren
Welt, die aus Arbeit, Prügeln, Ungerechtigkeiten und viel Unverständlichem
bestand. Die Nacht ist aus Tinte gemacht ist ganz sicher geeignet, der Autorin Herta Müller, deren Bücher
nicht immer einfach zu lesen sind, auf biographische, aber auch
auf sprachliche Weise näher zu kommen. Ihre bildhafte Sprache,
das Verblüffende an ihren Formulierungen, ihre Lust, Sprache zu
formen und zu verformen, wird hier ganz unmittelbar erfahrbar,
zumal die Autorin mit ihrer Sprach- und Dialektfärbung den Hörer
noch näher an sich, an ihre Kunst heranlässt. Klaus Sander und
seinem Verlag wäre es zu gönnen, das im Gefolge des Rummels um
Atemschaukel auch seine Produktion mit Herta Müller die gebührende Aufmerksamkeit
erhält. Es lohnt sich, zumal die CDs selbst, die Hülle und die
Beilage sehr schön und liebevoll gestaltet sind!" (Martin Gaiser,
Radio freeFM, 9. Oktober 2009) "Das Gefühl, nicht am richtigen Ort zu sein, hat Herta Müller
geprägt. Poetisch und in wunderbar eindringlichen Bildern erzählt
die Literaturnobelpreisträgerin 2009 den Ort ihrer Kindheit im
Banat in Rumänien." (Renate Naber, WDR5 Ohrclip, 10. Oktober 2009) "Unglaublich intensiv: Die CDs sind ein Gedicht!" (Beate Krämer,
Bild am Sonntag, 11. Oktober 2009) "Herta Müller erzählt, d.h. dem, was wir hier hören, liegt kein
vorgefertigter Text zugrunde. Es ist oral history, aber auch oral poetry, wenn Bezeichnungen plötzlich zu Metaphern werden, die immer
neue Assoziationen hervorrufen. Dieser Kultur des Mündlichen hat
sich der kleine supposéVerlag in Berlin verschrieben und es ist eine der Freuden des
Nobelpreises für Herta Müller, dass supposé nun auf breitere Aufmerksamkeit treffen wird. Denn im Erzählen
öffnet ja der Erzählende eine Tür, die im Schriftlichen verschlossen
bleibt: die Sprechstimme in ihrer ungekünstelten Modulation erzeugt
ein Mehr als die Wörter allein und berührt anders als das vorgelesene
Wort. Daher lohnt es, dieses Hörbuch mit dem im letzten Jahr erschienenen
Ein Sommer, der bleibt. Peter Kurzeck erzählt das Dorf seiner
Kindheit zu vergleichen. Auch dort erzählt ein Autor eine dörfliche Kindheit,
die eines Flüchtlingskindes in der Nachkriegszeit. Auf bezaubernde
Weise wird er noch einmal zu jenem Kind, für das die enge Welt
ein Abenteuer ist. Ohne dass er verklärt, leuchtet durch seine
Geschichten wirklich der Sommer, auch im Winter. Für Herta Müller
hingegen war auch der Sommer unerträglich und die Erzählende möchte
gewiss niemals mehr das Kind sein, das sie einmal war. Neben der
Poesie mancher Formulierungen ist immer die Distanz spürbar, und
besonders auf der zweiten CD dominiert die Analyse. Im Vergleich
mit Kurzeck wird klar, wie eine Diktatur auch das Verhältnis des
Einzelnen zur eigenen Vergangenheit beschädigt. Es ist, als ob
das kleine Mädchen der erwachsenen Frau entzogen worden und nur
noch mühsam erreichbar wäre. Herta Müllers Erinnerungen faszinieren
nicht zuletzt durch die Welt, die sie schildern. Fern ist sie
und hoffentlich vergangen. Ihre glühende Sonne wärmte nicht. Auf
den eindrucksvollen Fotos des Covers wirkt die Dorfstraße immer
noch so, als führte sie geradewegs ins Nichts. Herta Müller hatte
den Mut und die Kraft, sie zu verlassen und reist nach Stockholm.
Freuen wir uns mit ihr." (Gisela Trahms, titel-Magazin, 12. Oktober
2009) "Bei dem Schmuddelwetter am Wochenende hab ichs mir mit Herta
Müller gemütlich gemacht. Während ich auf meinem Sofa saß, hat
die Nobelpreisträgerin mir von ihrer unidyllischen Kindheit auf
dem Dorf im Banat erzählt, wo sie Kühe gehütet und Hühner geschlachtet
und Angst gehabt hat. Die Nacht ist aus Tinte gemacht, so heißt die CD, erschienen in einem kleinen Berliner Hörbuchverlag,
der sein Medium so ernst nimmt wie die Dichterin die Sprache,
der nicht einfach nur Geschriebenes vorlesen läßt, sondern Akustik-Kunst
und -Literatur produziert. Fast atemlos und ganz präzise berichtet
Müller da in ihrer eigenwilligen Sprache von Verwundungen und
Verwunderungen." (Susanne Kippenberger, Der Tagesspiegel, 13.
Oktober 2009) "Unterdrückung, Diktatur, Verfolgung: Das sind die Themen der
Schriftstellerin und Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller.
In Die Nacht ist aus Tinte gemacht erzählt sie auf eindrückliche Art von ihrer Kindheit im rumänischen
Banat." (Michael Luisier, DRS 1 Hörbar, 14. Oktober 2009) "Herta Müller spricht so klar, wie sie schreibt - und so poetisch."
(Ulrich Rüdenauer, Falter, Nr. 42, 14. Oktober 2009) "In diesem dichten, lebendigen Erinnerungsalbum werden die vom
Nobel-Komitee gewürdigten 'Landschaften der Heimatlosigkeit' großartig
begreiflich." (Wilhelm Trapp, DIE ZEIT, 15. Oktober 2009) "Es ist ein Dorf im Mais, in der Weite der Felder. In ihren auf
zwei CDs gesprochenen Erinnerungen hat Herta Müller den Fluch
der Arbeit auf diesen Feldern heraufbeschworen. Wie das Kind,
das sie war, abends um Regen betete für den nächsten Tag. Regen
hieß: nicht aufs Feld. Wie der Mais sich gegen unendlich streckte
auf den riesigen Kolchosfeldern. Wie sie nicht begreifen konnte,
wie ruhig sich die Erwachsenen ihrem Los ergaben, dem Feld zu
dienen, dem Land, das - so erschien es ihr - die Menschen doch
nur mästete, um sie eines Tages in sich aufzunehmen und aufzufressen.
Verlorenheit ist ein Wort, das immer wieder auftaucht in den Erinnerungen
an diese Kindheit in Nitzkydorf. Sie erzählt vom Leben in Nitzkydorf,
das oft bedrückend war, und von den Wörtern dorther, die sie liebt.
Eines ihrer liebsten ist das Leib- und Seelgewand, eine dicke,
einteilige Unterwäsche mit einem Schlitz für die Notdurft - schrecklich,
wenn man es tragen muss als junges Mädchen, und sie musste es
tragen, aber wundervoll, wie es klingt. Leib- und Seelgewand,
ein grobes, bäuerliches Ding, zugleich aber ein Wort, das Bilder
enthält von einem Wunderding, welches Leib und Seele beisammenhält."
(Wolfgang Büscher, DIE ZEIT, 15. Oktober 2009) "Mit ihrer Fähigkeit, sich und die Zuhörer in die Erfahrungswelt
ihrer Kindheit zurückzuversetzen, verleiht Herta Müller der CD-Edition
eine ganz besondere Intensität. Befragt von Thomas Böhm und Klaus
Sander, die unhörbar im Hintergrund bleiben, spricht sie von der
Härte und Enge des Landlebens. Aus der Erinnerung schöpfend, findet
sie zu einem sanften, eindringlichen Rhythmus." (Frank Kaspar,
WDR 3 Passagen, 15. Oktober 2009) "Die Gewinnerin des Literatur-Nobelpreises 2009 ist in aller Munde.
Womit aber sollte man als 'Müller-Neuling' einsteigen? Versuchen
Sie es doch mit diesem hochgelobten Hörbuch! Denn auf 2 Audio-CD's
erzählt die Autorin höchstpersönlich von ihrer Kindheit im rumänischen
Banat, der Ceausescu-Diktatur und ihrer Ausreise nach Westdeutschland.
Sie liest hier nicht aus einem Buch oder nach einem Manuskript,
sondern erzählt aus dem Gespräch heraus auf fesselnde Art und
Weise, so dass für den Zuhörer das Gefühl entsteht, er säße irgendwo
privat mit ihr und lerne die Nobelpreisträgerin persönlich kennen."
(lettra, 17. Oktober 2009) "Nur zwei Wochen, bevor Herta Müller den Literaturnobelpreis zugesprochen
bekam, bin ich auf Die Nacht ist aus Tinte gemacht gestoßen. supposé hat in Anlehnung an seinen großen Erfolg vor zwei Jahren mit
einer ähnlichen Realisierung, in der Peter Kurzeck das Dorf seiner
Kindheit erzählt, Herta Müller eingeladen, aus ihrer Kindheit
im Banat zu erzählen. Wie bei Kurzeck ist es auch in der Aufnahme
mit Herta Müller so, dass dieses Erzählen eher improvisierenden
Charakter hat, beiläufig daherkommt, zuweilen plaudernd. Mir ist
Herta Müller durch diesen sehr ehrlichen Erzählton, durch diesen
nicht immer nur düsteren, sondern hin und wieder auch versöhnten
Blick auf das Dorf ihrer Kindheit sehr nahegekommen. Wer also
das zuletzt mit exotischen und ästhetischen Superlativen überhäufte
Werk der Nobelpreisträgerin scheut, dem sei diese aus zwei CDs
bestehende Publikation empfohlen." (Thomas Meurer, Christ in der
Gegenwart, 42/2009, 18. Oktober 2009) "Die Schrecken ihrer dörflichen Kindheit vergegenwärtigt Müller
in dieser Aufnahme ebenso eindringlich wie den späteren staatlichen
Terror." (DER SPIEGEL, Nr. 43, 19. Oktober 2009) "Müllers Sprechen mit den gerollten R's und einem ungeheuren Reichtum
an Diphthongen klingt im Zuhörer lange nach." (Bernhard Gleim,
Literaturen, November/Dezember 2009) "Ich glaube, das ist die allerbeste Einführung in das Leben von
Herta Müller und auch in ihr Werk. Und zwar von ihr selbst erzählt.
Herta Müller erzählt auf sehr poetische Art und Weise, fern eines
Interviews, dieses Gefühl haben Sie nie beim Hören dieser CD,
den Roman ihrer Kindheit im Banat. Sie erfahren sehr viel über
Rumänien, Sie erfahren fast schon eine Mentalitätsgeschichte der
deutschen Minderheiten in Rumänien und Sie verstehen das Werk
von Herta Müller auf eine sehr beeindruckende Art und Weise."
(Michael Lemling, Buchhandlung Lehmkuhl, Deutschlandradio Kultur,
Ihr Buchhändler empfiehlt, 23. Oktober 2009) "Eine so erhellende wie einnehmende Annäherung an Herta Müller
und die Ursprünge ihrer Poetik." (Felicitas von Lovenberg, Frankfurter
Allgemeine Zeitung, 24. Oktober 2009) "Herta Müller sagt über ihre Kindheit, sie war eine Schule der
Angst. Ihre Kindheitserinnerungen gibt es nun auf CD, von ihr
selbst erzählt..." (Florian Schwinn, hr2 Der Tag, 8. Oktober 2009) "Unterdrückung, Diktatur, Verfolgung: Das sind die Themen der
Schriftstellerin und Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller.
In Die Nacht ist aus Tinte gemacht erzählt sie auf eindrückliche
Art von ihrer Kindheit im rumänischen Banat." (Michael Luisier,
DRS1 Hörbar, 14. Oktober 2009) "Eindringlich schildert Herta Müller schildert eine aus mitteleuropäischer
Sicht völlig fremd wirkende Welt, in der sie auch selbst nie heimisch
wurde. Da gibt es keine Idylle, sondern selbstverständliche Kinderarbeit
und Prügel durch eine völlig überforderte Mutter, deren Mann Alkoholiker
war. Und dennoch entkommt ihr hin und wieder ein Lächeln..." (Manfred
Kronsteiner, ORF Ö1, 26. Oktober 2009) "Herta Müller erzählt mit ihrer weichen Stimme, in der immer ein
leises Erstaunen über die eigenen Erlebnisse mitzuschwingen scheint,
in eindringlichen Bildern, die voll sinnlicher Unmittelbarkeit
sind. Wenn sie von den Kleidern, den Spielen, den Möbeln und den
Pflanzen berichtet, dann verschmelzen Gegenstand, Gefühl und Sprache
auf eine Weise, die einen unweigerlich in die beklemmende Enge
der dörflichen Welt hineinzieht. Die CD eignet sich wunderbar
als Einstieg in ihr Werk, weil man mit dem Ton der lyrischen Präzision
ihrer Weltbeobachtung vertraut gemacht wird. Davon abgesehen sind
diese gesprochenen Erinnerungen in ihrer Verschränkung von Sprache
und Nachdenken selbst ein kleines Kunstwerk spontanen Erzählens."
(Thomas Linden, Kölnische Rundschau, 26. Oktober 2009) "Mit Herta Müller hat nicht nur eine wahre Dichterin den Literaturnobelpreis
bekommen, sondern auch eine fantastische Geschichtenerzählerin.
Kühl, überlegt, ohne Schnörkel und Pathos und doch packend, öffnet
sie uns mit klaren Worten den Deckel zu ihrer Schatztruhe der
Erinnerung. Ein Hörerlebnis der einzigartigen Art!" (Anne Coblenz,
NDR1, 27. Oktober 2009) "Herta Müller gewährt dem Zuhörer intime Einblicke in ihre Vergangenheit
- es scheint, als spräche sie nur für sich allein, völlig versunken
in ihren Erinnerungen..." (Mareike Roder, B.Z., 30. Oktober 2009) "Die leicht zögernde Silbenfolge, der Ost-Akzent, in dem Herta
Müller vom bäuerlichen Leben und der Arbeit auf den randlosen
sozialistischen Maisfeldern erzählt, machen ihre Worte beinahe
physisch greifbar. Ein Kleinod der Erzählkunst." (Regula Freuler,
NZZ am Sonntag, 1. November 2009) "Der Nobelpreis für Herta Müller, das ist eine Sternstunde für
die deutsche Literatur - aber auch eine Sternstunde der Jury in
Stockholm. Den allerbesten Zugang zu Herta Müllers Welt und zu
Herta Müllers Literatur bietet in meinen Augen ein außergewöhnlich
intimes Hörbuch von Klaus Sander und Thomas Böhm: Die Nacht ist aus Tinte gemacht heißt es, Herta Müller erzählt darin von der Welt ihrer Kindheit
im Banat, und erschienen ist es im Verlag supposé." (Denis Scheck, ARD Druckfrisch, 1. November 2009) "In Die Nacht ist aus Tinte gemacht beschreibt Herta Müller das Leben der Banater Schwaben, aber
auch die Wunden, die das damalige kommunistische Regime ihrer
Familie zufügte. Diese Kindheit, die sie auf dem Dorf und unter
der Diktatur verbrachte, prägt das Schaffen der Autorin." (Maria
Sileny, KDFB Engagiert - Die Christliche Frau, Nr. 11/2009) "Eine höchst interessante Standortbestimmung. Der Verlag (supposé) hat sogar einen Stadtplan von Nitzkydorf beigelegt." (Helmut
Schneider, Wien live, Nr. 49, November 2009) "Herta Müller erzählt zugleich schlicht und sprachgewaltig, teils
mit einem reflektierenden Blick, teils so unmittelbar und lebendig,
als wäre das Dorf ihrer Kindheit ganz gegenwärtig." (Tobias Barth,
MDR Figaro Durchgehört, 3. November 2009) "Eine ausgezeichnete Produktion, die differenzierte Einblicke
in den Alltag eines Schwäbischen Dorfes im Banat gibt." (Christian
Glass, Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm, 3. November 2009) "Das Interview-Hörbuch des supposé-Verlags gibt Einblick in eine rumänische Nachkriegszeit, die
für Herta Müller eine Zeit der Gewalt und einer heftigen Auseinandersetzung
mit Sprache ist. Besonders die Stimme Herta Müllers hat die Rezensenten
beeindruckt, die hier eine Spiegelung ihres Werks und ihrer Persönlichkeit
hören." (Perlentaucher, Bücherbrief - Die besten Bücher des Monats,
5. November 2009) "Herta Müller steht supposé freimütig über ihre Banater Kindheit und die Schikanen des Staatssicherheitsdienstes
Securitate Rede. Im Gegensatz zum Interview oder zum schriftlich fixierten
Buch müssen diese Erinnerungssätze nicht 'auf den Punkt' kommen.
Die Stimme verweigert, indem sie angehoben bleibt, abschliessende
Gewissheiten. Eine existenzielle Spannung hält an." (Christiane
Zintzen, Neue Zürcher Zeitung, 6. November 2009) "Es passt zu Denis Schecks unterhaltsamer Kritik, dass für ihn
das beste literarische Werk unter den rund 34.000 Neuerscheinungen
des Herbstes ausgerechnet eine CD ist: Mit Die Nacht ist aus Tinte gemacht hätte sich die Literaturnobelpreisträgerin wirklich selbst übertroffen."
(Robert Flader, Aachener Zeitung, 8. November 2009) "Ein unglaublich eindrückliches Werk. Wer Herta Müller noch nicht
kennt und nicht gleich einen Roman von ihr lesen will, der ist
sehr gut bedient mit diesem schönen Hörbuch." (Dr. Rainer Moritz,
Spreeradio, 17. November 2009) "Preisgekröntes Hörbuch, das von der fesselnden Stimme Müllers
lebt." (Julia Kospach, Format, 20. November 2009) "In wunderbar poetischen Sprachbildern erzählt Herta Müller unter
dem Titel Die Nacht ist aus Tinte gemacht, wie sie sich schon
als Kind im Banat eine eigene Sprache und Welt schuf." (Bayern
2, radioTexte, 29. November 2009) "Wenn wir die fragile Stimme dieser begabten Erzählerin hören,
erleben wir uns in einer Wohnstube, um gebannt an ihren Lippen
zu hängen. Einfachstes Leben prägten ihre Kinder- und Jugendjahre.
Doch das junge Mädchen ist mit einer Beobachtungslust voller Hingabe
gesegnet, die auch bald Worte findet und uns heute in ihrer Erinnerung
als erwachsene Frau in einen weiten, betörenden Sprachraum mitnimmt.
Thomas Böhm und Klaus Sander führen zielsicher und quellenorientiert
Regie im Hintergrund, dass die differenzierte Tiefe dieser Kindheits-
und Lebenserinnerungen unpathetisch anrührt und alles zu einem
poetischen Meisterwerk gerinnt. Immer wieder will man einzelne
Sequenzen hören, weil Herta Müller intensiv die verschütteten
und korrumpierten Gefühle von Liebe, Macht, Tod, Verzweiflung,
Einsamkeit und Angst bewegt, durchdrungen von der Bewegung des
Staunens, das uns nimmermüde öffnet und trotz aller Fährnisse
mit dem Leben verbindet. Unfassbar, wie eine einzelne Stimme diesen
versunkenen Kosmos ins Leben ruft... " (Georg Leifels, Haken,
Dezember 2009) "Herta Müller erzählt in freier Rede vom Leben der Deutschen in
der Ortschaft Nitzkydorf mitten in Rumänien. In dieser abgelegenen,
vormodernen Welt liegt der Ursprungs- und Gravitationspunkt ihres
Schreibens." (Claus-Ulrich Bielefeld, rbb kulturradio-Tipps -
Bücher und CDs zu Weihnachten 2009) "Die Nacht ist aus Tinte gemacht ist ein außergewöhnliches Hörbuch - und nichts anderes als das,
denn es ist ausschließlich im Gespräch erarbeitet worden. So ist
ein großes Stück hochliterarischer Oral History entstanden." (Ronald
Meyer-Arlt, buchjournal, Nr. 6/2009) "Herta Müller erzählt so, als säße man irgendwo ganz privat mit
ihr zusammen. Bei einer Tasse Tee beispielsweise. Oft hört man,
dass sie das Erzählen selbst auch sehr bewegt. Die Erinnerung
in ihr aufsteigt. Wenn sie sich an ihre Kindheit mit allen Facetten
erinnert. Ob es die schwere Landarbeit ist oder das religiöse
und familiäre Leben. Oder die politischen, sprachlichen und historischen
Strukturen. Wer Rumäniendeutsche - oder überhaupt aus ihrer Heimat
Vertriebene bzw. Geflohene - verstehen bzw. ihr Schicksal erahnen
möchte, der bekommt mit dieser Doppel-Audio-CD einen unglaublich
tiefgreifenden Einblick in die Seelenwelt. Für alle anderen ist
es ein besonderes Stück Sprache und Faszination an deren Klang,
großartige Poesie und einfach ein einzigartiges Hörerlebnis."
(Sylvia Obst, t.akt - Kultur+Freizeitmagazin für Thüringen, Dezember
2009) "Der sicher beste Einstieg in das Werk der diesjährigen Nobelpreisträgerin.
Mit diesem Hörbuch kommt man ihr so nah wie nur irgend möglich."
(Ulrich Sonnenschein, hr2 Mikado, 4. Dezember 2009) "Ein guter Einstieg ins eher schwierige Werk der Nobelpreisträgerin.
Es gibt keine Buchvorlage." (radiomagazin, Nr. 49/50, 5.-18. Dezember
2009) "Die Nacht ist aus Tinte gemacht ist ein berührendes Hörbuch. Müller ist einmalig darin, bittere
Wirklichkeit und poetische Weltsicht zu verbinden. Frei von der
Leber weg erzählt die Literatur-Nobelpreisträgerin von ihrer Jugend
im Banat, von Enge und Not, aber auch den Kompensationen einer
kindlichen Phantasie - die ihrem Stil bis heute seine ureigene
Kraft gibt." (Wolf Ebersberger, Nürnberger Zeitung, 5. Dezember
2009) "Jeder, der wissen will, welche frühen Prägungen Herta Müller
erlebt hat und welche Erfahrungen ihr Werk bis heute grundieren,
sollte zu diesem Hörbuch greifen." (Ralph Schock, Saarländischer
Rundfunk, 5. Dezember 2009) "Herta Müllers Sprache ist so poetisch, wie ihre Bilder originell
sind und ihre Sätze von einem ganz eigenen, durchdringenden Rhythmus.
Die Schönheit ihrer Sprache ist der Widerpart zum Schrecklichen
des großen Themas, um das ihr Werk kreist: das Leben und Leiden
in der Diktatur, in Rumänien, wo sie 1953 in die Welt der deutschen
Minderheit hineingeboren wurde. Von ihrem Leben im Banat erzählt
Herta Müller in dem jüngst erschienenen Hörbuch Die Nacht ist aus Tinte gemacht. Vom Zauber der Kindheit in einer mittlerweile untergegangenen
Welt berichtet sie, von der harten Arbeit der Eltern und von der
Angst, die ihr bis zur Ausreise nach Berlin 1987 ein ständiger
Begleiter war." (buch aktuell, Winter 2009/2010) "Einen sehr direkten Zugang zu Herta Müller und ihrem Leben in
Rumänien erlaubt Die Nacht ist aus Tinte gemacht. Aus dem Gespräch heraus beschreibt sie intensiv die Lebenswelt
der Banater Schwaben. Bereits als Schulkind spürt sie, wie sich
das Gewaltregime in ihr Leben drängt." (Thomas Borchert, Westdeutsche
Zeitung, 8. Dezember 2009) "Tolle Einstimmung in die sehr eigene Welt der Herta Müller."
(WDR 2 Servicezeit, 9. Dezember 2009) "Herta Müller erhält heute den Literaturnobelpreis. In der Berichterstattung
seit Bekanntgabe der Wahl im Oktober wurde sie häufig als unerbittlich
strenge und unnahbare Enthüllerin dargestellt. Die Nacht ist aus Tinte gemacht erzeugt einen ganz anderen Eindruck. Jetzt wo man weiß, dass
sie als Kind Blumen aß, um selbst eine zu werden; dass sie Hühner
schlachten konnte und in einem Akt der Verzweiflung das Familien-Akkordeon
im Brunnen versenkte. Jetzt kommt sie einem vor: Wie eine Frau,
die sich durch ihre Angst geschrieben hat. Eine Schriftstellerin,
die nun nicht mehr alleine auf einem Herta-Müller-Planeten wohnen
muss, sondern uns hat, die wir wissen wollen, wie es da zugeht."
(Brigitte Neumann, Deutschlandradio Kultur, 10. Dezember 2009) "Mit eindringlicher Intensität erzählt Herta Müller die Geschichte
ihrer freudlosen Kindheit in Nitzkydorf." (Terry Albrecht, WDR5
Scala, 10. Dezember 2009) "Eine richtige Einstiegsdroge: hypnotisch und faszinierend." (Antje
Deistler, WDR 2 Mittagsmagazin, 10. Dezember 2009) "Die neue deutsche Nobelpreisträgerin Herta Müller ist in aller
Munde; aus ihrem eigenen Mund erfahren wir die Wahrheit: Die Geschichte(n)
ihrer Kindheit im rumänischen Banat erzählt sie selbst, frei und
ohne Manuskript, im beeindruckenden Hörbuch Die Nacht ist aus Tinte gemacht. Ihre leicht zögernde Ausdrucksweise, das hart rollende R, verstärken
den Eindruck der Fremdheit. Intensiv, beeindruckend." (Britta
Heidemann, WAZ, 12. Dezember 2009) "Eine verlegerische Glanzleistung" (Gabriela Schaaf, Deutsche
Welle, Bücherwelt, 13. Dezember 2009) "Schon mit ihren ersten Sätzen löst Herta Müller einen unglaublichen
Sog aus, muss man weiterhören, die ganzen 116 Minuten, ohne eine
einzige Pause zu machen. Denn das atemlose Erzählen von ihrer
Kindheit im Banat, in jenem abgeschiedenen Nitzkydorf in Rumänien,
welches für sie der Inbegriff von Angst und Verlorenheit war,
überträgt sich beim Hören. Von der ersten Sekunde an hat man Gänsehaut..."
(Kristine von Soden, Deutsche Welle, Bücherwelt, 13. Dezember
2009) "Für alle, die unsere Literatur-Nobelpreisträgerin (besser) kennen
lernen wollen. Wir folgen ihr gebannt, weil sie etwas zu sagen
hat - und ihr Dialekt so schön klingt." (Katharina Wantoch, Brigitte,
Nr. 1/2010, 16. Dezember 2009) "Mit verletzter, sanfter Stimme berichtet Herta Müller von Kuriosem,
Magischem und auch Schrecklichem, das in Nitzkydorf passierte.
Ohne poetische Überfrachtung spricht sie fast schon lapidar, aber
unheimlich dicht über große und kleine Begebenheiten, die so viel
bedeuten." (Dennis Evers, Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung,
16. Dezember 2009) "In die Fremde und in den Terror hineingeboren, allein unter Erwachsenen.
So wachsen Nobelpreisträger heran." (Elmar Krekeler, Berliner
Morgenpost, 16. Dezember 2009) "Stück für Stück erweckt Müller nicht nur ihre Heimat, die es
in dieser Form nicht mehr gibt, zum Leben, sondern deckt auch
das diktatorische System auf. Ein beeindruckendes Hörbuch!" (Christoph
Hartner, Steirerkrone, 18. Dezember 2009) "In diesem außergewöhnlichen Hörbuch erzählt Herta Müller ihre
Lebensgeschichte - intim und unmittelbar. Sie erzählt in fantasievollen
Bildern, authentisch und surreal zugleich. Es sind bewegende,
manchmal auch erschütternde Momentaufnahmen einer Schriftstellerin
mit einer ganz eigenen Sprache. Die Nacht ist aus Tinte gemacht bringt uns die Welt der Herta Müller ganz nahe - ungeschminkt."
(Gudrun Bold, 3sat Kulturzeit, 18. Dezember 2009) "Ein ganz anderes Hörbuch. Man kriegt ganz viel mit von der etwas
verschrobenen Gedankenwelt der Herta Müller und hört mit wachsender
Faszination zu." (Antje Deistler, WDR 2 Servicezeit, 23. Dezember
2009) "Herta Müller bleibt bei sich, bei den rumänischen Erfahrungen.
Von der Deportation der Rumäniendeutschen bis zu den Entrechtungen
unter Ceaucescus Diktatur. Als 'monothematische Schmerzensliteratur'
verschlagwortet das Feuilleton Herta Müllers Lebenswerk. Bei ihr
klingt das freilich anders: nach Überlebenskampf und unausweichlicher
Notwendigkeit. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Als sie
in diesem Jahr mit Thomas Böhm und Klaus Sander das fantastische
Hörbuch über ihre Kindheit im Banat aufnahm, sind sie ganz vernehmlich
noch da, die Gespenster der Vergangenheit. Die Nacht ist aus Tinte gemacht. Treffender könnte der Titel nicht sein. Frühe Ängste und lange
Schatten." (Silke Behl, Radio Bremen, Literaturzeit Spezial, 26.
Dezember 2009) "Was für eine beeindruckende, konzentrierte Stimme, leise in ihrer
Zurückhaltung, ganz bei der Sache und in einer Landschaft, einem
Dorf, einer Zeit, die weit, unendlich weiter von meiner Vorstellung
entfernt sind, als das Alter der Erzählerin vermuten lässt. Herta
Müller berichtet von ihrer Kindheit im rumänischen Banat: mündlich
erzählt sie, als Antwort auf die nicht mehr hörbaren Fragen der
Regisseure Thomas Böhm und Klaus Sander; von der Welt um sie herum
und deren Gegenständen und Bräuchen, mit großer Genauigkeit den
berichteten Dingen zugewandt, sie sich selbst vor Augen führend
(und uns vor Ohren). Eine Genesis uns fremden Geländes, verlorenes
Terrain, völlig glaubhaft wiedererstanden und akustisch abgeschritten
in bewegenden Miniaturen." (Christian Brückner, Büchergilde Magazin,
Nr. 1/2010) "Wir hören einzelne Texte. Mal länger. Mal kürzer. Man hört. Geschnitten.
Die Schnitte. Verschlucken die Fragen. Der Gesprächspartner. Wir
hören. Nur Herta Müller. Und spüren. Den Menschen. So wird das
Medium. Zum Zeugnis. Hörbuch. Mehr als Buch. Nicht die kunstvolle
Verlesung. Eines literarischen Textes. Durch zum Lesen. Angeblich
Berufene. Sondern eigens Gesprochenes. Bedachtes Bedächtiges.
Gedecktes Aufdeckendes. (Talk-Show-Ungeeignetes.) Was durch die
Stimme der Hauptfigur. Eigenen Wert erlangt. Das Leben. Das Herta
Müller gemacht hat. Zu der. Die sie ist. Realien. Sie schildert.
Nicht wertend. Es wertet sich selbst. Großartig. Was dem Berliner
Label supposé. Gelungen ist. Die Müller-Forschung. Muss hören. Normallesern.
Genuss. Hilfe. Nähe." (Orangerunner, 6. Januar 2010) "Bei Herta Müller ist jeder Satz ein Individuum. Ja, sie spricht
ebenso poetisch und geformt wie sie schreibt. Nur kommt bei diesem
Audiobook noch die magnetisierende Wirkung hinzu, die nur von
einer Stimme geschaffen werden kann, von einem Klang. Man hört
dieser Stimme so gerne zu ... Müllers intensive Leidenschaft,
auf Dinge zu blicken und eine Sprache dafür zu finden, ist sagenhaft,
weil so lebendig in der Darstellung. Daher eignet sich Die Nacht ist aus Tinte gemacht bestens für den Einstieg in das Werk dieser Schriftstellerin.
Obwohl die Literaturnobelpreisträgerin 'nur' ihr Elternhaus beschreibt,
eine kleine Dorfsiedlung und deren Alltag, strahlt so viel poetische
Faszination aus dieser ihrer Geschichte." (Caroline Werner, suite
101, 13. Januar 2010) "Kindheitstypisches mischt sich mit Banater Besonderheiten: Herta
Müller war ein Land-Ei, ein Kind, das früh arbeiten musste und
die alten Sachen auftragen, die ihre Familie aus dem verstaatlichten
Kolonialwarenladen des Großvaters gerettet hatte. Und es hätte
nicht viel gefehlt, da wäre aus ihr eine Schneiderin geworden,
die aus dem heimischen Nitzkydorf nie herauskommt..." (WAZ, 22.
Januar 2010) "Herta Müller erzählt ihre Kindheit wie ein wildes Wachsen in
feindlicher Umgebung. Wie die Pflanzen, die sie kaut und denen
sie neue Namen gibt. Sie übt sich in der Angst. Diese wird ihr
zum Kompass, als die junge Schriftstellerin ins Visier der Securitate
gerät. Ihr Widerstand: die Sprache. Mit Diktatur - bis in die
Sprache hinein - hat es Herta Müller schon als Kind aufgenommen."
(Anne Preckel, Radio Vatikan, 13. Februar 2009) "In diesem wunderbaren, packenden Hörbuch erzählt Herta Müller
ganz nüchtern und gleichzeitig sehr anschaulich von ihrer Kindheit
und einer Welt, die uns fremder nicht sein könnte. Vom Leben auf
dem Land, von der Schule, dem Essen, den Zigeunern, den Volksfesten
und der heute so exotisch wirkenden Atmosphäre in Nitzkydorf.
Die harte Arbeit auf den Feldern, die aufregenden Fahrten in die
Stadt, das gesellschaftliche Zusammenleben. Es war eine Gemeinschaft,
die mental von der nächsten Großstadt soweit entfernt war wie
die Erde vom Mond. Dieses Hörbuch macht eindrücklich erfahrbar,
welch starken Einfluss diese Jahre auf die Literatur Herta Müllers
bis heute ausübt. Wer in ihr Werk einsteigen will, sollte mit
diesem Hörbuch beginnen." (Björn Gauges, Fuldaer Zeitung, 9. März
2010) "Man hört eine recht trockene, nüchterne Stimme, eine manchmal
entfernt bekümmert, manchmal sacht amüsiert klingende Stimme,
die gewissermaßen 'aus dem eigenen Kopf vorliest'. Der Charme
an diesen Hörtexten ist übrigens, dass sie ahnen lassen, wie der
Prozess der Schriftstellerei bei dieser Autorin aussehen kann,
das Suchen nach Bildern, das Befragen der Worte und Bilder und
das Setzen von Situationen, die dann den Eindruck vermitteln:
So muss das gewesen sein, so hat es sich angefühlt." (Caroline
Fetscher, Der Tagesspiegel, 28. März 2010) "Eigentlich erst durch Herta Müllers Werk ist den meisten von
uns aufgegangen, dass da noch eine weitgehend deutschsprachige
Gegend in Rumänien existierte, darin ein kleiner Ort mit Namen
Nitzkydorf. Sie haben einen Plan dieses Ortes mit ihrer eigenen
Handschrift beschriftet, der dem Hörbuch Die Nacht ist aus Tinte gemacht beiliegt, in dem Sie so wunderbar detailliert und ergreifend
lebendig von Ihrem Leben erzählen. Sie haben den Plan desjenigen
Ortes beschriftet, den Sie so wortmächtig in Ihren Büchern und
auf der CD in Sprache verwandelt haben. Das Dorf Ihrer Kindheit
wäre verschwunden und vergessen, wenn Sie es nicht in Ihre Dichtung
hinein gerettet hätten. Das ist die eine Aufgabe der Literatur,
wie sie von Ihnen geschrieben wird: Rettung, Aufbewahrung, Überlieferung.
Bei Ihnen wird es so herrlich anschaulich, wie ein Kind die Welt
erlebt, wie für ein Kind ein Dorf zu einem ganzen Kosmos werden
kann. Die anderen Menschen bringen in ein Kinderleben großes Glück
oder machen schreckliche Angst, sie haben Bräuche, die ein Kind
erst lernen muss, sie haben harte Arbeit und oft ein schweres
Schicksal. Jede Kindheit ist einer anderen ähnlich, erst recht,
wenn sie sich zur selben Epoche abgespielt hat. Träume und Ängste,
Sehnsucht und Lernen, Spielen und Entdecken, das kennen alle Kinder.
Und doch ist jede Kindheit auch grundverschieden von der anderen.
Nicht nur, weil die äußeren Umstände jeweils andere sind, sondern
vor allem, weil wir alle Individuen sind, weil wir alle unverwechselbare
und unersetzbare Einzelne sind. Den Blick von Herta Müller hat
eben nur Herta Müller - und die Sprache von Herta Müller ist unverwechselbar
ihre." (Bundespräsident Horst Köhler, Grußwort anlässlich der
Ordensverleihung an Herta Müller, Schloss Bellevue, 6. Mai 2010) "Herta Müller erzählt sehr authentisch und in klarer, schnörkelloser
Sprache. Der Ton wirkt fast emotionslos und ist doch ergreifend.
Der besondere Dialekt unterstreicht diese Wirkung." (Claudia Elsner-Overberg,
Medientipps aus der Stadtbibliothek Solingen, 10. Mai 2010)

Herta Müller erzählt ihre Kindheit im Banat
Konzeption und Regie: Thomas Böhm, Klaus Sander
Erzählerin: Herta Müller
Aufnahmen: Klaus Sander
Schnitt und Mastering: Michael Schlappa
Produktion: supposé 2009
2 Audio-CDs, 116 Minuten
Posterbooklet, 12 Seiten
ISBN 978-3-932513-88-6
Euro 24,80
Platz 1 der hr2-Hörbuchbestenliste November 2009
Nominiert für den Buchliebling 2010
BESTELLUNG
Das Leben der Banater Schwaben in Nitzkydorf ist geprägt von bäuerlichen
Bräuchen und harter Arbeit. Die Abgeschlossenheit dieses kleinen
Kosmos bekommt durch den Schulbesuch erste Risse: Im ständigen
Wechsel zwischen Dialekt, Hochdeutsch und Rumänisch entdeckt das
Kind, dass die Sprachen ganz unterschiedliche Augen haben, mit
denen je andere Dinge wahrgenommen werden können. Durch die Risse
wird aber auch die Gewalt deutlicher erkennbar, die in den Körpern
sitzt, derer sich die politischen Regime brutal ermächtigen. Für
die 1953 Geborene sind die Folgen von Krieg, Deportation der Mutter
in ein stalinistisches Straflager, Alkoholismus des Vaters und
Enteignung der Familie alltäglich spürbar. So beschreibt Herta
Müller ihre Kindheitsängste im Rückblick - als sie auf die Nachstellungen
und Drangsalierungen durch den gefürchteten Geheimdienst Securitate
zu sprechen kommt - als Einübung in die spätere "Angst aus politischen
Gründen". Angst, die in der Diktatur Ceausescus bewusst zum Machterhalt
eingesetzt wurde.
01 Katzengeschrei
02 Aus einem anderen Material
03 Der Zug war meine Uhr
04 Das Dorf, aus dem ich komme
05 Unser Haus
06 Leib- und Seelgewand
07 Der Himmelsschlüssel
08 Antilopschuhe und Doktorbuch
09 Tintentrauben
10 Quittungsblöcke
11 Spielen
12 Schneiderin
13 Heimweh
14 Dem Asphalt nicht gewachsen
15 Schwäbische Tracht
16 Die Augen der Sprache
17 Tod
18 Dorfsprache
19 Allein in der Kirche
20 Beichte
21 Pfarrer Maus
22 Gottvertrauen
23 Angst
24 Der Schmerz eines Tieres
25 Prügel
CD2
01 Die Banater Schwaben
02 Es gehört uns nicht mehr
03 Natürliche Ablehnung
04 Goldbarren
05 Zigeuner
06 Der Trommelmann
07 Totenwacht
08 Das umgekehrte Lachen
09 Vitaminspritzen
10 Akkordeon
11 Das Normale
12 Faules Ei
13 In der Angst geübt
14 Es gibt keinen Freitod
15 Die Verfolgung steckt überall drin
16 Schlüsselkind