Mein wildes Herz Die langen heißen Sommer zogen Peter Kurzeck einst ins südfranzösische
Uzès. Aber mit den Jahren merkt er, dass die Winter noch viel
schöner sind. Von seiner winterlichen Provence erzählt Peter Kurzeck
auf Mein wildes Herz: von Ausflügen nach Nîmes und Avignon; Sätzen über Rembrandt;
vier Bahnhofsuhren mit vorwurfsvollem Blick, die in der Wohnung
ticken, beinahe so wie die seit Monaten vor sich hergeschobene
Steuererklärung; von der unter südlichem Licht und Mistral sich
endlos ausdehnenden Landschaft und den Menschen, die sie prägt.
Ein besonderer Wintertag steht im Zentrum seiner Erzählung: Freitag,
der 13. Februar 2004. Es ist der Tag seines Schlaganfalls. Er
gibt ihm das Gefühl, die Kontrolle über sein Leben verloren zu
haben. Auf dem Monitor flattern seine Herzklappen wie Flaggen
im Wind, existenzbedrohend, aber "man möchte ewig leben, solange
der Mistral weht". Stimmen der Kritik: Ausgezeichnet als "Hörbuch der Woche" "Zwei CDs, denen man atemlos lauscht, als würde darauf die Welt
neu erstehen - das ist Peter Kurzecks ganz besonderer Blick auf
die Dinge, sein Wunsch, alles festzuhalten, und seine Stimme,
die einen verführt, sich ihr anzuvertrauen und nichts mehr links
liegen zu lassen." "Die Chronik eines Mannes, der Chronometer, Zeitmesser fürchtet
und liebt zugleich. Wiederum spart Kurzeck kein Detail aus, und
gerade aus der Tatsache, dass hier weitestgehend Unspektakuläres
verhandelt wird, gewinnt diese Doppel-CD ihre eigentümliche Spannung.
Eine äußerst gelungene Produktion." "Wie Kurzeck die Stimmung in der winterlichen Provence beschwört,
wie er den Mistral feiert, den so viele Menschen hassen, weil
er Wetterumschwung bedeutet, wie er über die Cafés spricht, die
er aufsucht, wie er beschreibt, warum er sie aufsucht - all das
hat den Ton und den Charme einer kindlichen Märchenstunde, deren
Bann man sich niemals zu entziehen vermochte. Aber Kurzeck erzählt
wahr ... Niemand in der deutschen Literatur wandelt mit solcher
Akribie und Sorgfalt auf den Spuren Prousts ... So fügen sich
plötzlich Erzählungsstränge aus dem ersten Teil des Berichts auf
wundersame Art ins spätere Geschehen, etwa ein höchst skurriler
Uhrenkauf. Es ist, als hätte Kurzeck sich all das vor der Aufnahme
sorgsam zurechtgelegt, doch beim Zuhören wirkt dann alles vollkommen
spontan. Keinen Satz jedoch darf man verpassen, selbst wenn die
Abschweifung noch so weit führen sollte, denn womöglich wird er
begrifflich noch immens wichtig für das, um was es hier geht:
Leben und Tod. Dass alles gut ausgegangen ist, wird keinen überraschen.
Aber hören Sie unbedingt selbst! " "Peter Kurzeck fabuliert im Gespräch druckreif drauflos. Gerade
seine frei gesprochenen Erzählungen sind es, die ihm als literarische
Stimme zu einem größeren Publikum verholfen haben. Auf inzwischen
drei Hörbüchern, die seit 2007 unter der Regie von Klaus Sander
beim Label supposé erschienen, fasziniert Kurzeck, der Exzentriker der Erinnerung,
mit ausufernden Geschichten, die eine magische Sogwirkung ausüben.
Zuhören, wie Literatur entsteht - das fasziniert." "Es ist dem Berliner Klaus Sander hoch anzurechnen, mit seinem
supposé-Verlag an die verschütteten Traditionen der mündlichen Überlieferung
anzuknüpfen. Zum Protagonisten seiner kleinen medialen Revolution
wird dabei der 1943 geborene Erzähler Peter Kurzeck, der längst
nicht mehr als Geheimtipp gilt. Unter Kennern besteht kaum Zweifel
daran, dass Kurzecks von keinem Zeitgeistlüftchen zu beirrende
Prosaerkundungen des eigenen Lebens zum Bestechendsten gehören,
was die deutschsprachige Literatur in den letzten Jahrzehnten
hervorgebracht hat." "Mit seinem Gehirn ist eigentlich alles in bester Ordnung: Es
spuckt in zuverlässiger Schönheit Erinnerungen und Ideen aus,
Gedankengänge und Fantasien, die Peter Kurzeck miteinander verkettet
und dem Regisseur Klaus Sander erzählt. Mein wildes Herz ist die dritte gemeinsame Produktion und so lohnenswert wie die
ersten beiden." "Pure Erzählkunst! Großartig!" "Erneut erzählt uns Peter Kurzeck eine Geschichte. Diesmal geht
es um nichts weniger als um Leben und Tod. Um sein Leben, sein
Herz, seinen Kopf, die aus dem Gleichgewicht geraten. Aber wie
immer mäandert seine Erzählung um viele weitere Themen: um Literatur,
die winterliche Provence, die unerledigte Steuer, tickende Uhren
und vieles mehr. Ein wunderbar facettenreiches Hörbuch." "supposé ist bekannt für Hörbücher, denen kein geschriebenes Buch zugrunde
liegt: Da wird nicht vorgelesen, sondern erzählt. Zunächst waren
es Wissenschaftler und Philosophen, die supposé-Verleger Klaus Sander einlud, damit sie ihre Theorien mündlich
erläuterten und aus ihrem Leben erzählten. Gemeinsam mit dem Schriftsteller
Peter Kurzeck hat Sander dieses Verfahren auf die Literatur ausgeweitet.
Der Verleger tritt akustisch nicht in Erscheinung, doch spürt
man, dass der Erzähler ein Gegenüber hat. Kein glatter Vortrag
wird hier zu Gehör gebracht, sondern ein alltägliches Sprechen,
in dem das Nachdenken und die Suche nach Formulierungen noch zu
spüren sind. Beim Sprechen hat Kurzeck ein Stück Literatur geschaffen,
das so komponiert ist, dass beim Zuhören schnell eine eigenartige
Sogkraft entsteht. Wie eine Novelle ist Mein wildes Herz aufgebaut, mit einer unerhörten Begebenheit, auf die alles zuläuft...
Peter Kurzeck ist ein Meister der mündlichen Erzählkunst." "Die Nähe auf Zeit bereichert den Zuhörer ungemein: Es ist wie
damals, als die Menschen abends noch vor dem Kamin saßen und einem
begnadeten Erzähler lauschten." "Der Alltag durchdringt das Besondere und wird mit ihm eins in
der Literatur. Zwischen Steuererklärung, täglichen Mahlzeiten
und dem unerschütterlichen Bedürfnis nach Ruhe sehen wir hier
die Entstehungsbedingungen großer Literatur." "Peter Kurzeck erzählt aus seinem Leben, zwei Stunden lang, so
als säße er zuhause neben uns auf dem Sofa und erinnerte sich
gerade aus dem Moment heraus. Wir werden hier in eine ganz aussergewöhnliche
Situation mit hineingenommen, Peter Kurzeck nimmt uns in seine
persönliche Welt, in die wir sonst nie auf so intime Weise Zutritt
hätten, durch seine Stimme." "supposé hat mit diesem neuen Genre wirklich einen großen Wurf gelandet,
und Peter Kurzeck ist für diese Gattung so wunderbar geeignet...
Der Hörer erfährt, dass es sehr viel wert ist hinzusehen, sich
selber anzuschauen, und das ist in Mein wildes Herz, diesem wunderbaren
Stück, sehr gut gelungen." "Ich könnte ihm ewig zuhören! Am Schluss hofft man, still aber
beharrlich, auf eine baldige vierte Folge..." "Wirklich begnadete Geschichtenerzähler sind rar. Einer davon
ist Peter Kurzeck." "Kurzeck erzählt mit radikaler, gleichwohl freundlicher und fast
kindlicher Selbstbezogenheit. Ein Geheimtipp!" "Dieses Vortasten, wenn man aus Gedanken Sätze, aus Sätzen Bilder,
aus Bildern eine Geschichte und aus vielen kleinen Geschichten
eine Erzählung formt. Das alles kann man hören bei Peter Kurzeck." "Zwei eindringliche Hörbuchstunden mit einem wunderbaren Erzähler,
in denen es ganz beiläufig um große Lebensfragen geht. Sehr zu
empfehlen!" "In fließenden Übergängen von Vergangenheit, Erinnerung und Gegenwart
erzählt Peter Kurzeck einen Teil seines Lebens. Detaillierte Ausführungen
von Marginalien, seine Beobachtungsschärfe und seine Unbekümmertheit
entfalten einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Seine
fesselnde Erzählweise und seine melodische, leicht singende Stimme
umschließen den Hörer, ziehen ihn fest in seinen Bann und lassen
ihn erst los, wenn die viel zu schnell vorbeigehenden zwei Stunden
vorüber sind. Eine Erzählung, wie sie schöner nicht sein könnte." "In Kurzecks spinnengleich gesponnenen, hessisch bespeichelten
Sätzen und Satznetzen verwandelt sich selbst so Unschönes wie
der leichte Schlaganfall, den er im Februar 2004 erlitt, in schönste
Prosa."

Peter Kurzeck erzählt
Konzeption und Regie: Klaus Sander
Erzähler: Peter Kurzeck
Aufnahmen: Klaus Sander
Schnitt und Mastering: Michael Schlappa
Produktion: supposé 2011
2 Audio-CDs, 120 Minuten
ISBN 978-3-932513-98-5
Euro 19,80
Ausgewählt für die hr2-Hörbuchbestenliste Februar 2011
Ausgewählt für die hr2-Hörbuchbestenliste März 2011
BESTELLUNG
Mit Mein wildes Herz setzen Peter Kurzeck und Klaus Sander ihre erfolgreiche Reihe
frei aus dem Gespräch heraus entfalteter Erzählungen im Wortsinn
fort. Nach dem von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeierten
und als "Hörbuch des Jahres 2008" ausgezeichneten Roman Ein Sommer, der bleibt und Da fährt mein Zug ist Mein wildes Herz ihre dritte gemeinsame Produktion.
(B5 aktuell, 24. Dezember 2010)
(Ulrich Rüdenauer, Falter Wien, 5. Januar 2011)
(Knut Cordsen, Bayern 2 Diwan Büchermagazin, 8. Januar 2011)
(Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. Januar
2011)
(Michael Schreiner, Augsburger Allgemeine, 28. Januar 2011)
(Rainer Moritz, WDR 3 Gutenbergs Welt, 30. Januar 2011)
(Marlies Schaum, Deutsche Welle Bücherwelt, 30. Januar 2011)
(HÖRZU, Februar 2011)
(hr2-Hörbuchbestenliste Februar 2011)
(Christel Wester, WDR 3 Passagen, 10. Februar 2011)
(Florian Felix Weyh, Deutschlandfunk Büchermarkt, 11. Februar
2011)
(Ulrich Sonnenschein, hr2 Mikado spezial, 12. Februar 2011)
(Raliza Nikolov, NDR kultur, Das Gemischte Doppel, 22. Februar
2011)
(Rainer Moritz, NDR kultur, Das Gemischte Doppel, 22. Februar
2011)
(Ulrich Sonnenschein, hr2 Mikado, 25. Februar 2011)
(SWR2 aus dem Land: Musik und Literatur, 5. März 2011)
(Ralph Gambihler, MDR Figaro, April 2011)
(Jürgen Gressel-Hichert, rbb Kulturradio, 12. April 2011)
(EKD - Evangelische Kirche in Deutschland, Medientipps 2011)
(Svenja Brueck, Leser-Welt, Mai 2011)
(Wolf Ebersberger, Nürnberger Zeitung, 30. August 2011)